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CD-Besprechung

F. Schubert

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1786

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 21.02.14

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BIS 1786

1 CD/SACD stereo/surround • 81min • 2009, 2010, 2011

In den relativ wenigen Jahren seines Bestehens (es wurde 1995 gegründet) hat sich das Schwedische Kammerorchester als besonders vielseitiges und flexibles Ensemble einen Namen gemacht. Es ist auf dem Gebiet der Klassik ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Musik. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Thomas Dausgaard widmet sich das Orchester seit einiger Zeit in einer Reihe mit dem Titel „Opening Doors“ dem sinfonischen Repertoire der Romantik: Schumann (als Gesamteinspielung), Dvorák, Bruckner, Tschaikowsky – und, nicht zuletzt, Schubert. Die Sinfonien 6 bis 9 sind bereits erschienen, die aktuelle Veröffentlichung präsentiert die Nummern drei, vier und fünf – auf einer mit 81 Minuten Spieldauer prall gefüllten SACD.

Dabei gehen Dausgaard und „sein“ Orchester stilistisch genau so vor wie in den vorangegangenen Folgen der Serie: mit modernen Instrumentarium zwar, doch unter Berücksichtigung wichtiger Kernpunkte der historischen Aufführungspraxis – raschen Tempi, sparsamem Vibrato und pointierten Akzentsetzungen. Auf diese Weise wird, auch bei Schubert, ein Höchstmaß an klanglicher Transparenz erzielt, noch zusätzlich verstärkt durch die SACD-Technik.

Dass es sich bei Schuberts frühen Sinfonien um die Musik eines jungen Mannes handelt, der nichtsdestoweniger bereits seine eigene Sprache gefunden hat oder zumindest auf gutem Weg dazu ist, wird in Dausgaards Interpretationen allenthalben deutlich. Energie und überschäumendes Temperament sind es, die das Bild bestimmen. Man höre etwa den Kopfsatz der Sinfonie Nr. 3 nach Verklingen der langsamen Einleitung: Das Anfangsthema ist selten so beschwingt zu hören – von unzerstörbar guter Laune geprägt. Schuberts persönlicher Ton mischt sich, sicher nicht zu Unrecht, mit Beethoven′schem Brio, auch in der Sinfonie Nr. 4, die unter Dausgaards Händen so gar nicht „tragisch“ anmutet. Schön ist auch, dass der Dirigent sich in der Befolgung der in den Partituren angezeigten Wiederholungen äußerst großzügig zeigt.

Ein kleines Fragezeichen sei aber dennoch gestattet: Diese Werke, so jugendfrisch sie sich auch geben, weisen nichtsdestoweniger eine ganze Anzahl von Schattierungen und Zwischentönen auf, die von dem konsequent muskulös-forschen Musizieren Dausgaards und des Schwedischen Kammerorchesters gelegentlich nivelliert zu werden drohen. Ob etwa die beinahe rasante Gangart im Finale der Fünften Sinfonie wirklich alle Fassetten der Musik abbildet, sei dahingestellt – schließlich ist es Mozart, dem Schubert in dieser Partitur seine Reverenz erweist, und nicht Beethoven. Etwas „wienerische“ Nonchalance hätte vielleicht nicht geschadet. Aber eines sind Dausgaards Schubert-Deutungen auf keinen Fall: langweilig! Daher kann man mit Spannung die letzte Folge dieses Zyklus mit den Sinfonien eins und zwei erwarten.

Thomas Schulz [21.02.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200 00:23:00
5 Sinfonie Nr. 4 c-Moll D 417 (Tragische) 00:29:23
9 Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 00:27:32

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Swedish Chamber Orchestra Orchester
Thomas Dausgaard Dirigent
 
1786;7318599917863

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