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CD-Besprechung

cpo 777 736-2

1 CD • 61min • 2011

18.10.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Nach der hoch gelobten Gesamteinspielung der Violinsonaten von Max Reger nimmt sich der schwedische Geiger Ulf Wallin nun des Regerschen „Riesenbabys" an – oder auch des „Monstrums", wie der Komponist sein fast einstündiges Violinkonzert selbst beschrieb. Reger trat damit in die Fußstapfen der großen Konzerte von Beethoven und Brahms (an den das Werk mancherlei Anklänge enthält), war sich aber bewusst, dass dies von der Ausdehnung wie von der Komplexität des Materials, von der Chromatik wie von der Kontrapunktik her keine leicht konsumierbare Musik war: „Da sind die Linien sehr weit gezogen und man muss schon ordentlich aufpassen", erklärte er gegenüber seinem Verleger.

Zwar haben große Geiger wie Henri Marteau, Adolf Busch (der auch der Autor einer unlängst entdeckten gekürzten und neu instrumentierten Fassung ist), Georg Kulenkampff, Max Rostal oder Ida Haendel, für die der Wert eines Stückes mehr zählte als der schnelle Erfolg durch vordergründige Effekte, das Konzert aufgeführt - doch wirklich Eingang ins Repertoire hat es nicht gefunden. Entsprechend dünn gesät ist die Zahl der Einspielungen – und so ist diese Neuaufnahme der Originalfassung, zumal sie von einem vorzüglichen Geiger und ausgewiesenen Reger-Experten stammt, hoch willkommen.

Der Professor der Berliner „Hanns Eisler"-Musikhochschule bewältigt den strapaziösen Solopart technisch makellos, klug disponiert und mit einem Höchstmaß an gestalterischer Intensität. Das von zarter Melancholie überschattete Largo ist tonschön ausgespielt, die Doppelgriffe und virtuosen Passagen des Finales werden brillant gemeistert. Das in diesem ganz sinfonisch angelegten Werk nicht eben unwichtige Orchester spielt unter Ulf Schirmer zuverlässig und so zurückhaltend, dass (um mit Reger zu sprechen) „der Solist, der sehr viel mit Kantilene bedacht ist, wirklich 'singen' kann und nicht zu 'kratzen' braucht!", und die Aufnahmetechnik trägt das Ihre dazu bei, Regers dichten Orchestersatz so durchhörbar wie möglich abzubilden.

Als Zugabe gibt es die dem berühmten Air von Bach nachempfundene Aria für Solo-Violine und kleines Orchester, die Adolf Busch 1916 bei der Begräbnisfeier Regers spielte.

Sixtus König † [18.10.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Max Reger
1Violinkonzert A-Dur op. 101 (Orchestrierung: Adolf Busch) 00:56:26
2Aria, Adagissimo (aus: Suite op. 103a) 00:04:54

Interpreten der Einspielung

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