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CD-Besprechung

Camilla Nylund Transfiguration Wagner & Strauss – Arias & Scenes

Camilla Nylund<br />Transfiguration<br />Wagner & Strauss – Arias & Scenes

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 17.01.11

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Ondine ODE 1168-2

1 CD • 74min • 2010

Es ist noch nicht allzu lange her, dass die finnische Sopranistin Camilla Nylund, die am Salzburger Mozarteum ihre Ausbildung erhielt, in Partien von Mozart international Aufmerksamkeit erregte. Unterdessen hat sie, deren Stimme sich zwar entwickelt hat, ihrem Wesen nach aber lyrisch geblieben ist, ihr Fach systematisch erweitert und strebt - wozu ihre nordisch-blonde, schöne Bühnenerscheinung verleiten kann - zielbewußt zu den großen Frauenrollen von Wagner und Richard Strauss. In Dresden hat sie erst unlängst Daphne ausprobiert, in diesem Jahr wird sie bei der Bayreuther Neuinszenierung des Tannhäuser die Elisabeth singen.

Ihr jüngstes Recital bei Ondine, den beiden deutschen Komponisten gewidmet, ist mehr ein Dokument des Wollens als der künstlerischen Erfüllung. Der zu frühe Aufbruch in dramatische Gefilde hat der ursprünglich klaren, geschmeidigen und schön timbrierten Stimme viel von ihrem Reiz genommen, Nylund klingt besonders in Rollen, die ihr liegen müssten (Elsa, Elisabeth) älter als sie tatsächlich ist. Für Sieglindes Erzählung fehlt es ihr wiederum an dunklen Farbtönen und an gestalterischer Eloquenz und Isoldes Liebestod liegt noch außerhalb ihrer Möglichkeiten.

Bei Richard Strauss ist der Eindruck noch zwiespältiger, denn hier gibt die Sängerin die Bemühung um sorgfältige Diktion vollständig auf. Die sprachlichen Feinheiten Hugo von Hofmannsthals (Arabella, Ariadne) gehen über weite Strecken verloren, dem Monolog der Daphne kann man selbst dann schwer folgen, wenn man den abgedruckten Text beim Hören mitliest. Bei Salomes Schlussgesang, den der Musikfreund in den mustergültigen Aufnahmen von Ljuba Welitsch, Christel Goltz oder Inge Borkh im Ohr hat, zeigt die Sängerin neben den textlichen Defiziten auch stimmliche Probleme. Der Gesang geht oft ganz unangebracht in ein Keifen über.

Dem insgesamt zu monochromen Vortrag Nylunds kann der viel zu defensiv agierende, sich in breiten, aber spannungslosen Tempi verlierende Dirigent Hannu Lintu nicht genügend Farbakzente aus dem Orchester entgegensetzen, obwohl die Partituren dazu einladen.

Ekkehard Pluta [17.01.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Wagner Einsam in trüben Tagen (1. Aufzug: Elsa) 00:05:49
2 Dich, teure Halle, grüß ich wieder (2. Aufzug: Elisabeth - aus: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg) 00:04:54
3 Allmächt'ge Jungfrau, hör mein Flehen (3. Aufzug: Elisabeth) 00:05:27
4 Schläfst du Gast? - Der Männer Sippe (Sieglinde, 1. Aufzug - aus: Die Walküre) 00:04:51
5 Mild und leise wie er lächelt (3. Aufzug, 3. Szene - aus: Tristan und Isolde) 00:06:15
6 R. Strauss Mein Elemer (Szene der Arabella, 1. Akt - aus: Arabella) 00:09:02
7 O bleib, geliebter Tag (aus: Daphne) 00:09:35
8 Es gibt ein Reich, wo alles rein ist (Monolog der Ariadne - aus: Ariadne auf Naxos) 00:06:09
9 Es ist kein Laut zu vernehmen (Schlußszene - aus: Salome) 00:19:54

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Camilla Nylund Sopran
Tampere Philharmonic Orchestra Orchester
Hannu Lintu Dirigent
 
ODE 1168-2;0761195116821

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