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CD-Besprechung

Edition Hera 02122

1 CD • 63min • 2007

12.02.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

„Der Name Hölderlin steht für das Anliegen des Quartetts, den poetischen Inhalten der Streichquartettmusik nachzuspüren"ì So steht es in der Ensemblebiographie. In der 1990 entstandenen Aufnahme von Mozarts Klarinetten-Quintett A-Dur KV 581 und Smetanas Streichquartett Nr. 1 e-Moll „Aus meinem Leben" bleibt dieses Anliegen dem Hörer allerdings verborgen. Schade ist dies besonders in Bezug auf das Quartett Smetanas, dessen programmatische Notizen und autobiographische Hintergründe in erster Linie als poetische Ideen zu verstehen sind. Zwar trifft das Hölderlin Quartett den nötigen expressiven Tonfall, ohne die dynamischen Kontraste und die dem Werk inne wohnenden theatralischen Momente zu sehr zu strapazieren. Doch die innige Empfindung beispielsweise des Largo sostenuto, die energische Rhythmik des Allegro moderato à la Polca und des Vivace-Finales sowie die zwischen Dramatik und Lyrik aufblühende Melodik des Kopfsatzes – all das wirkt bei dem 1989 ins Leben gerufenen Ensemble unentschlossen. Es fehlt der zündende Funke, insgesamt leider auch an Spannung. Bisweilen hat man sogar das Gefühl, als ringe das Ensemble nicht nur um den passenden Ausdruck, sondern als kämpfe es im Kopfsatz und in der Polka mit dem musikalischen Material – auch im Finale, was sich in einer leicht verkrampft anmutenden Spielweise niederschlägt. Einige Ungenauigkeiten die Intonation und Phrasierung betreffend sorgen schließlich dafür, dass diese Smetana-Lesart keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Anmut, Transparenz, beinahe perfekte Klangbalance und Tonschönheit dafür in Mozarts Klarinetten-Quintett (und das, obwohl die technische Seite der Aufnahme nicht gerade mit einem ausgewogenen Klangbild glänzt). Was Mozart in der Architektur seines vielleicht beliebtesten Kammermusikwerks angelegt hat – die klangliche und gestalterische Gleichberechtigung aller Instrumente –, bringen das hier sehr homogen agierende Hölderlin Quartett und der Solist Simon Löffelmann auf vorzügliche Weise zum Klingen: Jegliche virtuose Selbstdarstellung vermeidend positioniert sich die Klarinette wunderbar im Gesamtklang zwischen den Violinen, der Bratsche und dem Cello. Löffelmanns Spiel kommt natürlich atmend und gänzlich uneitel daher. Darüber hinaus beweist der Solist großen Ensemblegeist. Vergleicht man diese Aufnahme aber mit den Einspielungen einer Sabine Meyer, eines Eduard Brunners oder gar Jack Brymers, so modelliert Simon Löffelmann den Klarinettenpart doch recht pauschal. Mehr Abwechslung in Sachen Dynamik und Artikulation sowie ein gelegentliches Ausbrechen aus reiner Klangschönheit, ein wenig mehr Spiel- und Differenzierungsfreude im Variationsfinale oder eine eher freie, denn zu sehr am Notentext klebende Musizierhaltung im Larghetto – das hätte man mit Blick auf den Detailreichtum der Partitur vor allem dem Hölderlin Quartett gewünscht, auch wenn es die Stimmungswechsel und die zarte Melancholie dieses Werks durchaus fein herausarbeitet.

Christof Jetzschke [12.02.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Quintett A-Dur KV 581 für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello 00:32:39
Bedřich Smetana
5Streichquartett Nr. 1 e-Moll (Aus meinem Leben) 00:30:16

Interpreten der Einspielung

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