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CD-Besprechung

J. Brahms

Pentatone classics 1 SACD PTC 5186 066

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 17.05.07

Pentatone classics PTC 5186 066

1 SACD • 73min • 2006, 2005

Eine warm klingende, schöne Neueinspielung, noch dazu in einer glücklichen Koppelung. Nicht oft sind das Violinkonzert und Doppelkonzert von Brahms auf einem einzigen Tonträger zu bekommen. Dies ist allein schon deshalb interessant, weil – wie der vorzügliche Beiheft-Text herausarbeitet – beide Werke mit der Beziehung von Brahms zu dem Geigen-Virtuosen und Komponisten Joseph Joachim zu tun haben. Das Violinkonzert dokumentiert ihre frühe Freundschaft und ist Joachim gewidmet; das Doppelkonzert ist das Werk der Versöhnung nach jahrelangem Zwist. So stehen beide Stücke innerlich miteinander in Verbindung. Julia Fischer legt ihren Solopart sehr introvertiert an, was dem Werk sehr gut tut. Sie differenziert sorgsam zwischen Passagen, die wirklich solistisch hervortreten müssen, und solchen, in denen die Solovioline nurmehr das Geschehen kommentiert. So entsteht eine vorzügliche Kommunikation zwischen Solo und Tutti. Ähnliches gilt für das Doppelkonzert, wo auch Daniel Müller Schott sich auf diese Art des Musizierens einläßt – und nunmehr beide Solisten zusätzlich sehr differenziert miteinander kommunizieren.

Das Netherlands Philharmonic, 1986 durch die Zusammenlegung dreier großer holländischer Orchester entstanden (unter Vernichtung von über 150 Arbeitsplätzen) und seit 2003 unter Leitung von Yakov Kreizberg, begleitet hingebungsvoll und in den Details sorgsam ausgehört. Wünsche offen lassen die Interpretationen vor allem bezüglich historischer Informiertheit: Es ist ein Orchester auf modernen Instrumenten mit allen Geigen links und unter Verwendung der heute üblichen, an das Klavier angeglichenen „Kompromiß“-Intonation. Schon dies hätte vermutlich Joseph Joachim geärgert, der die reine Stimmung bevorzugte; harmonisch besonders interessante Farben fehlen dadurch und tragen zu dem Eindruck sorgloser Gelassenheit bei, auch in den dramatischen Passagen. Auch verzichten die Solisten auf das zu Brahms’ Zeiten übliche Portamento fast völlig. Und manchmal hätte man sich von allen Beteiligten mehr Unnachgiebigkeit und Widerborstigkeit gewünscht, besonders in den dramatischen Passagen des Violinkonzerts und in den rustikalen Finalsätzen. In dieser Hinsicht ist besonders das Violinkonzert in der legendären Aufnahme mit Ginette Neveu und dem NDR-Orchester Hamburg unter Hans Schmidt-Isserstedt bis heute unerreicht (Mitschnitt vom 3. 5. 1948; u.a. Acanta CD 43314). Der Klang dieser SACD wirkt schon im Stereo-Modus vorbildlich räumlich, plastisch und natürlich.

Dr. Benjamin G. Cohrs [17.05.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Konzert D-Dur op. 77 für Violine und Orchester 00:40:31
4 Konzert a-Moll op. 102 für Violine, Violoncello und Orchester 00:31:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Julia Fischer Violine
Daniel Müller-Schott Violoncello
Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam Orchester
Yakov Kreizberg Dirigent
 
PTC 5186 066;0827949006661

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