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CD-Besprechung

G. Carissimi

Cyprés 1 CD CYP1644

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 29.08.06

Cyprés CYP1644

1 CD • 67min • 2005

In seinem berühmten Traktat „Musurgia universalis“ von 1650 legte der Jesuit und Universalgelehrte Athanasius Kircher seine Ansichten zur Musik und zur Affektenlehre dar. In diesem Zusammenhang hob er die besondere Fähigkeit seines Zeitgenossen Giacomo Carissimi hervor, mit seiner Musik die Leidenschaften und Emotionen der Zuhörer zu wecken. In der Tat zählt Carissimi zu den bedeutendsten Komponisten des Seicento, zu dessen bekanntesten Werken bis heute die Oratorien Jephte und Job zählen. Das hier eingespielte Oratorium Vanitas Vanitatum für fünf Stimmen, zwei Violinen und Basso weist sich seiner Faktur nach halb als Oratorium, halb als Motette aus. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Werken Carissimis fehlt hier allerdings die Rolle eines Erzählers. Mit „Vanitas“, der Nichtigkeit aller irdischen Existenz, greift das Stück eines der großen (und angesichts des Genozids des Dreißigjährigen Krieges nur allzu verständlichen und aktuellen) Themen des 17. Jahrhunderts auf, das sich in der europäischen Literatur ebenso wie in zahlreichen Stilleben der Zeit und eben auch in der Musik manifestierte. Carissimis Werk ist von beeindruckender Stringenz und Eindringlichkeit, der Chœur de Chambre de Namur ein adäquater Interpret.

Doch nicht allein der sakralen Musik verdankt Carissimi seinen Ruhm, auch 150 weltliche Kantaten werden ihm zugeschrieben – die hier eingespielte Serenata I Naviganti kann wohl zu den schönsten Beispielen dafür zählen. Hervorragend Hans-Jörg Mammel (Tenor) und das gesamte Sänger-Ensemble sowie die farbige Continuo-Gruppe. Die Messe Sciolto havean dall'alte sponde ist das einzige Werk der Gattung, das mit Sicherheit Carissimi zugeschrieben werden kann. Der Komponist griff dafür auf musikalisches Material aus der Serenata I Naviganti zurück (ganz im Sinne des zeitüblichen Parodie-Verfahrens). Wohl aufgrund klanglicher Abwechslung hat sich das Ensemble entschlossen, zwischen die Mess-Sätze rein instrumentale Toccaten, Canzonen und Ricercari von Girolamo Frescobaldi einzustreuen. Alles in allem eine musikalisch sehr ansprechende Aufnahme. Leider vermisst man einen deutschen Booklet-Text, und mein Rezensionsexemplar weist zwei deutlich wahrnehmbare Schnittfehler bzw. Sprünge auf (konkret in Track 5 bei 01:59, sowie in Track 10 bei 06:09), die den Gesamteindruck doch etwas trüben. Dennoch hohe Bewertungen für den musikalischen Wert der Produktion.

Heinz Braun [29.08.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Carissimi Vanitas vanitatum (Oratorium)
2 I Naviganti (Serenata sciolto havean dall'alte sponde)
3 Missa sciolto havean dall'alte sponde

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Choeur de Chambre de Namur Chor
La Fenice Ensemble
Jean Tubéry Dirigent
 
CYP1644;5412217016449

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