Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

M. Rózsa

cpo 1 CD 999 839-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 20.04.05

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

cpo 999 839-2

1 CD • 64min • 2000, 1998

Diese wunderbare CD in Koproduktion mit dem WDR ist zugleich ein bedrückendes Dokument – eine der letzten Aufnahmen der Philharmonia Hungarica, die im Jahr 2001 abgewickelt wurden, 44 Jahre nach ihrer Gründung und 30 Jahre nach ihrer Ansiedlung durch die Bundesregierung in Marl: In unheilvoller Allianz der Deutschen Orchestervereinigung DOV, des damaligen Kultusministers Naumann, seines Staatsrates Nevermann und des eigenen Trägervereins (!) wurde das Orchester aufgelöst, obwohl es einen soliden Rettungsplan gab: Unter der Voraussetzung, daß das für die Abwicklung des Orchesters vorgesehene Geld anstelle eines Sozialplans für wenige Jahre weiter in den Unterhalt geflossen wäre, war damals ein Investor bereit, einen Fonds aufzulegen, aus dem sich das Orchester nach wenigen Jahren hätte selbst tragen können. Stattdessen wurden 76 Arbeitsplätze vernichtet und die Tariforchester im Ruhrgebiet hatten einen Konkurrenten im umkämpften Mucken-Markt weniger.

Bei dieser Produktion lief die Philharmonia Hungarica noch einmal zur Höchstform auf: Die überwiegend ungarisch-stämmigen Musiker spielten um diese Zeit nicht nur um ihre Existenz, sondern setzten sich auch mit Herzblut für ihren Landsmann ein, den überwiegend als Filmmusik-Komponist bekannt gewordenen Miklos Rosza (1907–1995; Ben Hur). Die Sinfonia Concertante op. 29 ist wie das Doppelkonzert von Brahms für Violine und Violoncello solo besetzt und entstand 1958 für Jascha Heifetz und Gregor Piatigorsky: Ein spielfreudiges, virtuoses Werk, das sicher Kodalys Duo oder seinem Orchesterkonzert nicht nachsteht und das Filmmusik-Klischee so gar nicht erfüllt. Auch das sensualistische Ungarische Nocturne op. 28 (1962) besticht durch weiten Atem und Farbsinn. Sucht man vergleichbare Werke, kommen einem noch am ehesten Respighis Poema Automnale und Kodalys Tondichtung Sommerabend in den Sinn, doch Roszas Ton bleibt unverkennbar persönlich. Die Tripartita (1972) mit ihrer Synthese aus barocken Elementen und prägnanter Rhythmik ist ohne Zweifel eins der persönlichsten und gelungensten Werke Roszas überhaupt.

Das Musizieren von Werner Andreas Albert und der Philharmonia Hungarica ist derart intensiv und bohrend, daß man über den reichlichen Nachhall in der Sinfonia Concertante und zweimal sogar ein paar Störgeräusche im Hintergrund gern hinweghört. Hochinteressante Einblicke und Zusammenhänge gewährt Eckhardt van den Hoogen in seinem lesenswerten Beiheft-Text – lang, doch ohne Längen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [20.04.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Rózsa Sinfonia concertante op. 29 für Violine, Violoncello und Orchester (1958)
2 Notturno ungherese op. 28 (1962)
3 Tripartita op. 33 (1972)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Andras Agoston Violine
Lászlo Fenjö Violoncello
Philharmonia Hungarica Orchester
Werner Andreas Albert Dirigent
 
999 839-2;0761203983926

Bestellen bei jpc

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Fröhliche Frühromantik für Fagottisten

Für das „große Finale“ hatten die Kandidaten die Auswahl zwischen dem mit der italienischen Oper kokettierenden Concertino von Bernhard Crusell und einem der beiden größer dimensionierten Konzerte von Carl Maria von Weber oder Johann Nepomuk Hummel.

→ weiter...

Faszinierende Cellisten

Im Finale der Cellisten begeisterten gestern die drei Teilnehmer, die mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung der Dirigentin Eun Sun Kim die Cellokonzerte von Robert Schumann und Dmitrij Schostakowitsch aufführten.

→ weiter...

Clarté und Geräusch

Das Semifinale der Fagottisten nutzte die Jury, um die stilistische Wandelbarkeit der Teilnehmer zu durchleuchten, denn neben dem in allen Orchestervorspielen obligatorischen Konzert B-Dur KV 191 – ohne Dirigent – des 18jährigen Mozart im Galanten Stil der 1770er Jahre waren die Avantgarde-Kunststücke der Auftragskomposition von Milica Djordjevic zu bewältigen.

→ weiter...

Neue CD-Besprechungen

1825
Gustav Mahler
Favourites
C.P.E. Bach
Organ Music for the Synagogue

Neue CD-Veröffentlichungen

Heino Eller
Carl Czerny
Jalbert | Bach | Pärt | Vasks
Beethoven

CD der Woche

tr!jo sonaten

tr!jo sonaten

Die dreistimmige Sonate, bestehend aus 1. und 2. Stimme sowie Basso continuo, wurde unter dem Namen „Triosonate“ oder schlicht „Trio“ zu einer der ...

Weitere 67 Themen

Heute im Label-Fokus

Sinus

Kathedrale Segovia
Daroca
Nicolas-Antoine Lebègue<br />Orgelwerke
Uranienborg

→ Infos und Highlights

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

901

Texte

→ mehr Zahlen und Infos

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
ARD-Wettbewerb 2019