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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32220

1 CD • 75min • 2004

08.03.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Johann Georg Lickl (1769–1843) wurde in Korneuburg (Niederösterreich) geboren und studierte ab 1785 in Wien bei Albrechtsberger und Haydn. Hauptamtlich war er dann Organist an der Karmeliterkirche, doch bekannt und beliebt geworden ist er in Wien vor allem durch seine Opern und Singspiele, die im Schikanederschen Theater aufgeführt wurden, sowie durch seine Kammermusik, die in einer beträchtlichen Zahl von Drucken veröffentlicht wurde. Um 1806 – ganz genau läßt sich das nicht mehr feststellen – wurde Lickl Kirchenmusikdirektor in Fünfkirchen (heute Pécs), wo er fast vierzig Jahre lebte und vor allem geistliche Werke komponierte.

Die vorliegenden Streichquartette erschienen 1797 als Opus 1, sind aber wohl einige Jahre früher in Wien entstanden. Ihr Titel Quatour concertans deutet an, daß einzelne Stimmen beträchtliche Solopassagen zu gestalten haben; im Gegensatz zum „klassischen“ Concertant-Quartett sind sie aber nicht zwei- bis drei-, sondern viersätzig angelegt. Auch sonst ist die Nähe zu den späten Werken Haydns und Mozarts auffällig, selbst wenn Lickl nicht deren brillante melodische Einfälle bieten kann. Die beiden Werke in Moll (Nr. 1 und 3) stellen mit ihrem expressiven Tonfall das eher heitere zweite Quartett ein wenig in den Schatten. Zwar mangelt es in dieser Epoche nicht an guter Kammermusik; indes braucht Lickl sich mit seinen solide gearbeiteten Streichquartetten nicht allzu schüchtern hinter den ganz Großen seiner Zeit zu verstecken: „Es werden Spieler, die sich auf eine rechtliche Weise miteinander vergnügen, an diesen Sachen, die fein im Geleise gehen [...], wieder ihre Rechnung finden“ (Allgemeine musikalische Zeitung 1799/1800, zitiert nach MGG).

Ebenso solide wie die Musik ist auch ihre Darbietung durch das Authentic Quartet (Zsolt Kalló, Balázs Bozzai, Gábor Rác und Csilla Vályi), das, wie sein selbstbewußter Name andeutet, auf historischen Instrumenten spielt. Technisch ist im wesentlichen alles einwandfrei, auch wenn man hier und da den Eindruck hat, daß Lickl den Spielern doch einiges abverlangt (Tr. 5). Auch musikalisch arbeiten die Ungarn grundsolide und mit gutem Stilgefühl, ohne sich auf klangliche Raffinessen zu stützen. Für die Geschichte der Streichquartettliteratur ist diese Aufnahme zweifellos ein nicht unwichtiger Baustein; und wer als Sammler etwas Abwechslung vom gängigen Repertoire sucht, kommt hier auf seine Kosten.

Theodor Schliehen [08.03.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Georg Lickl
1Streichquartett Nr. 1 d-Moll
2Streichquartett Nr. 2 G-Dur
3Streichquartett Nr. 3 c-Moll

Interpreten der Einspielung

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