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CD-Besprechung

J.G. Albrechtsberger • G.J. Werner

Hungaroton 1 CD HCD 32653

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 5

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 4

Besprechung: 26.08.10

Hungaroton HCD 32653

1 CD • 62min • 2010

Zwei Vorgänger von berühmteren Kollegen auf einer CD: Das ist zweifellos von erheblichem musikhistorischen Interesse, insofern der Rezepient eine Vergleichsfolie erhält, wie denn Gregor Joseph Werner (1693–1766), der Vorgänger Haydns auf Schloß Esterházy und Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809, der auf den Titeln dieser Produktion übrigens als „J. Gregor Albrechtsberger“ firmiert), der Lehrer Beethovens, gegenüber ihren ungleich prominenteren Nachfolgern abschneiden, ja, was sie vielleicht mit ihnen gemeinsam haben. Der heutige Musikbetrieb, besonders aber seine Publizistik, sehnt sich danach, Fragen dieser Art immer wieder in überraschender Weise zu beantworten, nämlich dergestalt, daß der vergessene Meister eigentlich zu Unrecht vergessen wurde.

Zumindest für diese Auswahl von Paarungen von Präludien und Fugen ist dies nicht der Fall. Verschärfend muß gesagt werden, daß es sogar nicht einmal eine Rolle spielt, daß Werner gute vierzig Jahre älter ist als Abrechtsberger: Beide Tonsetzer schreiben ähnlich formelverhaftet und klischeebeladen; noch dazu schielen sie ängstlich auf den verschulten Kontrapunkt nach dem Gusto eines falsch verstandenen Johann Joseph Fux; dies bedeutet zu dieser Zeit eine sklavisch mimetische Haltung gegenüber der Bach’schen Tradition und damit eine Haltung, welche zu Albrechtsbergers Lebzeiten längst durch die polyphonen Künste Haydns und Mozarts (übrigens dann später bezeichnenderweise gerade nicht Beethovens!) widerlegt war. Haydn und Mozart ahmten den Kontrapunkt nicht nach, sondern entwickelten ihn jeweils neu. Eben dies gelingt Werner und Albrechtsberger nicht: Sie schaffen Stilkopien; leider, ohne es zu wissen.

Schwer zu sagen, wie solch epigonale Musik gespielt werden soll. Zeigen sich die Musiker zu inspiriert, ziehen sie den Graben zwischen Geist und Handwerk nur noch tiefer. Die Interpretationen durch das Authentic Quartet sind auf tragisch-ironische Weise adäquat. Viel zu flach wird intoniert, viel zu wenig kontrolliert artikuliert, noch dazu innerhalb eines sehr beengten Klangbilds. Fatal ist der Eindruck, daß hier bestensfalls zweitklassige Musik wiedergegeben wird, so, als ob sie so gemeint und damit auch konservierungswürdig sei. Es bleibt ausschließlich der Repertoirebonus.

Dr. Michael B. Weiß [26.08.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.J. Werner Fuge Nr. 1 F-Dur (a 4) 00:03:48
3 Fuge Nr. 2 d-Moll (a 4) 00:04:06
5 Fuge Nr. 3 c-Moll (a 4) 00:02:46
7 Fuge Nr. 4 c-Moll (a 4) 00:05:28
9 Fuge Nr. 5 d-Moll (a 4) 00:03:09
11 Fuge Nr. 6 g-Moll (a 4) 00:03:03
13 J.G. Albrechtsberger Streichquartett A-Dur op. 16 Nr. 1 00:06:07
15 Streichquartett d-Moll op. 16 Nr. 2 00:06:01
17 Streichquartett G-Dur op. 16 Nr. 3 00:05:00
19 Streichquartett c-Moll op. 16 Nr. 4 00:04:45
21 Streichquartett F-Dur op. 16 Nr. 5 00:04:45
23 Streichquartett B-Dur op. 16 Nr. 6 00:06:54
25 Sonata in C (Pro festo Paschalis) 00:06:06

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Authentic Quartet Ensemble
 
HCD 32653;5991813265326

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