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CD-Besprechung

cpo 999 933-2

1 CD • 52min • 2003

10.12.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Was für ein Werk! Das letzte große Orchesterwerk von Richard Wetz (1875–1935), das Violinkonzert h-moll op. 57 (1933), nimmt vom ersten Ton an völlig gefangen – es ist der zusammenfassende Epilog seines leider weitgehend unbeachteten Schaffens. Das Beiheft beschreibt in dem halbstündigen Werk eine Metamorphose-Technik mit „Querverbindungen, Windungen und Wendungen der einzelnen Bausteine“, die „nur dem innern Regelwerk des Komponisten“ gehorchen. Offenbar hängt dieses Konzept eng zusammen mit dem Einfluß des Dichters Friedrich Hölderlin auf den Komponisten; daher steht am Ende dieser Produktion der an Reger erinnernde Gesang Hyperion op. 32 für Bariton, Chor und Orchester.

Ulf Wallin widmet sich dem riesenhaften Violinkonzert technisch souverän, mit großer Hingabe und weitem Atem. Sein unaufdringlicher, nuancenreicher Geigenton wird den Schattierungen des Soloparts gerecht – auch wenn man sich manchmal weniger Vibrato und mehr Portamento wünscht, wie es um 1933 noch üblich war. Werner Andreas Albert führt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit traumwandlerischer Sicherheit durch das komplexe Konzert. Besonders beeindruckend ist die Disposition der Höhepunkte und Kraftverläufe, auch wenn im pianissimo-Bereich das Orchester noch differenzierter agieren könnte.

Hyperion hinterläßt diesbezüglich einen besseren Eindruck, der allerdings wohl eher auf das Konto der Tontechnik geht. Das Violinkonzert wirkt weitaus direkter aufgenommen und weniger räumlich als die Werke mit Chor, in denen die oft heikle Balancefrage zwischen Chor, Solist und Orchester vorbildlich gelöst wurde. Das geht sicher nicht zuletzt zurück auf die vorbildliche Vorbereitung des Augsburger Hochschul-Kammerchores durch Alfons Brandl: Man versteht jedes Wort, die Intonation ist lupenrein, der Gesamtklang farbig und satt – eine großartige Chorleistung. Besonders innig geriet die kurze Traumsommernacht für Frauenchor und Orchester – mit dem magischen Hornruf zu Beginn und der vagierenden Harmonik ein geradezu an Delius erinnerndes Kleinod. Nur der Bariton Markus Köhler trifft nicht uneingeschränkt meinen Geschmack – die Stimme sitzt immer wieder fest; dadurch neigt der Sänger in der extremen Höhe und Tiefe zum „Drücken“ und wirkt seinen an sich klug disponierten Farbwechseln entgegen. Am überzeugendsten ist Köhler da, wo sich die Stimme entspannt weitet und dann lyrischen Schmelz entwickelt.

Dr. Benjamin G. Cohrs [10.12.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Wetz
1Violinkonzert h-Moll op. 57
2Traumsommernacht op. 14 für Frauenchor und Orchester
3Hyperion op. 32 für Bariton, gemischt. Chor und Orchester

Interpreten der Einspielung

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18.01.2002
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