Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

S. Barber • C. Saint-Saëns • R. Strauss • F. Zabel

Audite 1 CD/SACD 92.506

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 30.03.04

Audite 92.506

1 CD/SACD • 72min • 2003

Eine meiner ersten Schallplatten, ein Geschenk im Jahre 1967, hieß „Music for Organ and Orchestra“ und bot in der Interpretation von Edward Power Biggs Samuel Barbers Toccata Festiva, Richard Strauss’ Festliches Orgelpräludium op. 61 sowie das Konzert für Orgel, Pauken und Streicher von Francis Poulenc – und die Interpretationen sind selbst heute in nur „simpler“ Stereophonie immer noch ein akustisches Vergnügen. „Organ Spectaculars“ nannte man seinerzeit gern solche Programme.

Leider kann diese CD trotz einer teilweise originellen Auswahl mit solchen Spektakeln nicht ganz mithalten. Barbers Toccata Festiva, komponiert, um die Möglichkeiten der neuen Aeolian-Skinner-Orgel in der Academy of Music von Philadelphia in Verbindung mit dem brillanten Klang des Philadelphia Orchestra zu präsentieren, verlangt eine entschiedenere, kontrastreichere und vor allem auch sinnlichere Darstellung. Das „Schlachtross“ der Gattung, Saint-Saëns Orgelsinfonie, wird im ersten Teil sehr moderat in Szene gesetzt; es geschieht zu wenig. Der zweite hat dagegen drängende Züge und einen effektvoll, wiederum breiten Schluss.

Das Interessante sind die Raritäten. Den Festlichen Einzug der Ritter des Johanniterordens komponierte Richard Strauss im Sommer 1909 in Berlin zunächst für 3 Solotrompeten, 12 Trompeten, 4 Hörner, 4 Posaunen, 2 Basstuben und Pauken. Dann bearbeitete er das Werk für großes Orchester mit Orgel und einstimmigem Chor ad libitum. Die vorliegende Fassung für Orgel, Blechbläser und Pauken stammt von Max Reger und Johannes Koch. Das Gelegenheitswerk, dem Herrenmeister des Johanniterordens, Prinz Eitel Friedrich von Preußen gewidmet. beeindruckt durch Strenge, feierlichen Choralton und einen glanzvollen Schluss. Dass die ersten Choraltakte der Bläser an die Introduktion von Schumanns zweiter Sinfonie erinnern, mag Zufall sein

Die Entdeckung dieser CD ist das Touching Colours betitelte Orgelkonzert des 1968 geborenen Frank Zabel. Es wurde angeregt von einem unbetitelten Bild (27/63) des Düsseldorfer Künstlers Peter Brüning (1929-70), das auch das Cover der CD ziert. Touching Colours – also berührende Farben – gibt der Klangfarbe eine besondere Bedeutung, jener der Orgel, die mal solistisch hervortritt, mal im Ensemble aufgeht. Christian Schmitt lotet das ihm gewidmete Werk mit Subtilität, Intelligenz und Sinnlichkeit aus.

Akustisch lässt diese Produktion einige Wünsche offen. Die Aufnahme ist recht präsent und voll, aber (naturgemäß wegen der Kirchenakustik) leicht hallig und nie direkt oder gar hautnah, jedenfalls nicht präsent genug. Der Klang ist immer wieder leicht dumpf und unpräzise. Am besten und differenziertesten klingt Touching colours, das gilt gleichermaßen für die Orgel wie für das Orchester. Der Pegel ist sehr niedrig; man muss seine Anlage ziemlich aufdrehen.

Dr. Helge Grünewald [30.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Barber Toccata festiva op. 36 für Orgel und Orchester
2 C. Saint-Saëns Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78 (Orgelsinfonie)
3 F. Zabel Touching Colours
4 R. Strauss Feierlicher Einzug der Ritter des Johanniterordens für Bläser, Pauken und Orgel

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christian Schmitt Orgel
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken Orchester
Johannes Wildner Dirigent
 
92.506;4022143925060

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc