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CD-Besprechung

Peter Härtling – Ein Portrait in Gedichten und Liedern

Peter Härtling – Ein Portrait in Gedichten und Liedern

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 06.04.04

Bayer Records BR140 002/3

2 CD • 2h 13min • 2002/2003

Peter Härtling, der nach eigenem Bekenntnis kein Instrument spielt, ist ein bekennender Musikenthusiast, der selbst während des Schreibens Musik hört, vorzugsweise Mozart. Dabei ist ein schier unüberschaubares Oeuvre entstanden, darunter auch Bücher und Texte über Musik. Zum 70. Geburtstag des Autors wurden einige dieser Texte mit Vertonungen seiner Lyrik zu einem Porträt verbunden, und da staunt man nun doch, in welchem Ausmaß Härtlings Liebe zur Musik bei den zeitgenössischen Musikern Widerhall gefunden hat. Als wäre er ein neuer Mörike, haben sich so unterschiedliche Komponisten wie Giselher Klebe, Karl Michael Komma, Wilhelm Killmayer, Jeannot Heinen und Wolfgang Rihm auf seine Gedichte gestürzt, deren griffiger Second-Hand-Charakter dem musikalischen Gestaltungswillen kaum Widerstände entgegensetzt, allerdings die Phantasie auch nicht besonders inspiriert.

Was Härtling über Musik schreibt, sagt einiges über ihn selbst, aber kaum Erhellendes über die Komponisten und ihre Interpreten aus. Und in der selbstgefälligen Behäbigkeit, mit der Härtling diese Texte zum Besten gibt, verfestigt sich der Dilettantismus zur Weltanschauung. Verehrung großßer Künstler ? gut und schön. Aber wenn sich Härtling über Mozart, Schubert, Hölderlin, Mörike ausläßt, wenn er Fischer-Dieskau, Eschenbach oder Kowalski poetisch anhimmelt, wird man den unangenehmen Eindruck einer parasitären Literatur nicht los, die sich von der unerreichten Größe der anderen nährt und dabei gut gedeiht.

Von den Kompositionen hinterläßt Heinens dreisätziges Streichquartett Nr. 1 mit obligatem Sopran (1970/71) den nachhaltigsten Eindruck, da es sich nicht darauf beschränkt, die Texte zu illustrieren oder zu illuminieren, sondern sich weitgehend von der Vorlage emanzipiert. Der erste Satz ist ganz den Instrumenten vorbehalten, im zweiten (Arlecchino) kommentiert der gesungene Text das Gaukelspiel der Instrumente, nicht umgekehrt. Die konzentrierte, klangscharfe Wiedergabe durch das Auryn-Quartett gehört zu den Aktivposten der Sammlung. Den Löwenanteil der Lieder bestreitet Mitsuko Shirai, begleitet von Hartmut Höll, mit der von ihr gewohnten Ausdrucksstärke, und einem mittlerweile stärker gewordenen Vibrato.

Ekkehard Pluta [06.04.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Klebe Liederzyklus nach Gedichten von Peter Härtling op. 113 (1993)
2 K.M. Komma Vier Gedichte von Peter Härtling für Sopran und Klavier (1980)
3 Schwäbische Alb (1986)
4 Drei Lieder nach Gedichten von Peter Härtling für Sopran und Klavier (1993)
5 W. Killmayer Neun Lieder nach Gedichten von Peter Härtling für mittlere Stimme und Klavier (1993)
6 J. Heinen Peter Härtling Nr. 1 op. 41 (mit obligatem Sopran, 1970/1971)
7 W. Rihm Vier Gedichte von Peter Härtling für mittlere Stimme und Klavier (1993)
8 G. Klebe Fünf Gedichte von Peter Härtling für 2 Klaviere, Schlagzeug und 16stimmigen Chor (1994 - aus: Warum hat die Sonne einen Aschenrand op. 104)
9 Unbekannt Peter Härtling liest aus seinen Werken

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Markus Schäfer Tenor
Markus Hadulla Klavier
Mitsuko Shirai Mezzosopran
Hartmut Höll Klavier
Christoph Sökler Bariton
Anne Le Bozec Klavier
Risako Kurosawa Sopran
Auryn Quartett Streichquartett
circus musicus Vokalensemble
 
BR140 002/3;4011563140023

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