Rundfunkchor Berlin: A cappella-Programm in der Heilig-Kreuz-Kirche
Werke von John Tavener, Antonio Lotti, Domenico Scarlatti und James MacMillan
Der Rundfunkchor Berlin lädt am Sonntag, 1. März 2026, um 15 Uhr in die Heilig-Kreuz-Kirche nach Berlin-Kreuzberg ein. Unter der Leitung von Justus Barleben präsentieren Mitglieder des Rundfunkchores Berlin gemeinsam mit den Teilnehmenden ihres Schola-Nachwuchsprogramms Werke von John Tavener, Antonio Lotti, Domenico Scarlatti und James MacMillan. Deutschlandfunk Kultur zeichnet das Konzert auf und sendet es am 4. März 2026 um 20 Uhr. Im Mittelpunkt des Konzerts steht Domenico Scarlattis zehnstimmiges Stabat Mater, eine der vergleichsweise selten aufgeführten Vertonungen des mittelalterlichen Mariengedichts. Scarlatti schreibt für zehnstimmigen Chor und Basso continuo und verzichtet auf eine klassische Doppelchor-Struktur. Dabei entsteht ein fein vielschichtiger Chorklang, der zwischen inniger Bitte und dramatischer Zuspitzung changiert und Scarlatti, der heute vor allem mit seinen Cembalosonaten verbunden wird, im Kontext seiner geistlichen Musik zeigt.
Musik zur Passionszeit
Das Konzert fällt in die Passionszeit, die mit Aschermittwoch am 18. Februar 2026 beginnt, und stellt zentrale Texte zu Kreuzigung, Klage und Bitte um Erbarmen in den Mittelpunkt. John Taveners Svyati für Chor und Violoncello ist deutlich von der Klangwelt der orthodoxen Kirchenmusik geprägt. Das räumlich abgesetzte Cello antwortet dem Chor mit sanften, zugleich sehr expressiven Linien; es entsteht ein fast hypnotisches Chorgebet.
Antonio Lottis achtstimmiges Crucifixus konzentriert sich ganz auf den kurzen Abschnitt zur Kreuzigung aus dem Glaubensbekenntnis und verdichtet ihn zu einem von chromatisch gefärbten Dissonanzen geprägten Chorsatz.
James MacMillans Miserere ist eine umfangreiche Vertonung des Psalm 51, einem der sieben Bußpsalmen, in der der Komponist den Weg von Reue zur Erlösung Schritt für Schritt nachzeichnet. Damit knüpft er an eine lange Tradition von Vertonungen dieses Textes an, die sich von der Renaissance bis in die Gegenwart erstreckt.
Ensemblegesang auf professionellem Niveau
Die Schola des Rundfunkchores Berlin ist das Programm für ambitionierten Chornachwuchs und etablierter Bestandteil der Nachwuchsförderung des Chores. In einem zweiwöchigen Intensivkurs arbeiten Gesangsstudierende verschiedener deutscher Hochschulen gemeinsam mit den Mitgliedern des Rundfunkchores Berlin, proben Ensemblegesang auf professionellem Niveau und gestalten ein eigenes Abschlusskonzert. Darüber hinaus wirken sie in dieser Saison an der Einstudierung von Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium Elias mit, das am 8. März 2026 mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Maxim Emelyanychev in der Berliner Philharmonie aufgeführt wird.
Der in Hannover ansässige Chordirigent und Ensemblesänger Justus Barleben war von 2020 bis Ende 2025 Assistent von Chefdirigent Gijs Leenaars beim Rundfunkchor Berlin. In dieser Zeit verantwortete er die beiden Nachwuchsprogramme beim Rundfunkchor Berlin, die Schola und die Akademie. Seither arbeitet er freiberuflich als Chordirigent. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied und Tenor im preisgekrönten Vokalensemble Voktett Hannover.
Schola-Konzert
- 1. März 2026 So 15 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche
- Zossener Straße 65
- 10961 Berlin-Kreuzberg
- Schola des Rundfunkchores Berlin
- Mitglieder des Rundfunkchores Berlin
- Mischa Meyer – Violoncello
- Bettina Pieck – Truhenorgel
- Andreas Arend – Chitarrone
- Justus Barleben – Dirigent.


