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CD-Besprechung

Aram Khachaturian

Violin Concerto • Concerto Rhapsody

Aram Khachaturian

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 02.12.19

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cpo 555 093-2

1 CD • 63min • 2016, 2017

Anders als das eher nur reißerische und heute auch selten gespielte Klavierkonzert hat sich Aram Khatschaturjans, keinem Geringeren als David Oistrach gewidmete, Violinkonzert von 1940 im Repertoire der großen Geiger halten können. Tatsächlich findet sich hier mehr Tiefgang und die oft kurzatmigen Motive gerade der schnellen Sätze werden weniger durch ständiges Abnudeln strapaziert und so in ihrer elementaren Wirkung letztlich entzaubert.

So erscheint in der neuen Einspielung bei cpo mit der ausgezeichneten Antje Weithaas als Solistin auch die im Kopfsatz des Konzertes durchaus vorhandene Virtuosität deutlich entspannter, als sich in Kenntnis von Khatschaturjans Cello- und Klavierkonzert her erwarten ließe. Die Tongebung und Artikulation von Frau Weithaas ist wirklich faszinierend, und bei allem solistischen Engagement lässt die vorliegende Interpretation unter der Leitung Daniel Raiskins immer genügend Raum, die durchdachte Architektonik des Satzes ganz klar werden zu lassen. Einzig die Solokadenz, die hier vor der der Reprise erscheint, könnte noch farbiger sein. Höhepunkt des Violinkonzertes ist ohne Zweifel der zweite Satz, dessen Hauptkantilene thematisch identisch mit der Begleitmusik eines Trauerzuges aus dem Film Zangezur ist, wie man aus dem höchst informativen Booklettext von Eckhardt van den Hoogen erfährt. Und nicht nur unter diesem Aspekt entpuppt sich bei genauerem Hinhören eine gewisse Nähe zum fast gleichzeitig entstandenen Korngold-Konzert. Hier kann die Violinistin ihre grandiose melodische Gestaltungskraft entfalten und erweist sich den besten Interpreten des Khatschaturjan-Konzertes als völlig ebenbürtig, wobei sie dankenswerterweise auch auf die übertriebene Sentimentalität eines Itzhak Perlman verzichtet, ohne dass die musikalische Spannung darunter litte. Der dritte Satz gerät dann, namentlich im sehr orientalisch angehauchten Seitenthema erneut zur Demonstration süffigsten Geigentons.

Die eigentliche Überraschung dieser CD ist allerdings – wie schon die Schwesterwerke für Cello- bzw. Klavier bei den beiden anderen Veröffentlichungen der cpo-Serie – die Konzertrhapsodie von 1961. So perfekt gespielt, besonders überzeugend im nachdenklichen Teil nach der auch hier vorhandenen Solokadenz, macht dieses Stück einfach Freude. Man muss sich zwar blind der rhapsodischen Fortspinnung des Komponisten überlassen, der Formentfaltung hier nicht in den Vordergrund rückt; das lediglich zu lang geratene Stück trägt aber musikalisch durchgehend, und man wundert sich, dass die Violinrhapsodie nie echte Popularität erlangt hat. Das Koblenzer Orchester agiert klangschön, über Strecken allerdings mehr routiniert als engagiert, bei den Höhepunkten vielleicht allzu zurückhaltend. Dank der gelungenen Aufnahmetechnik werden jedoch viele schöne, oft geheimnisvoll exotisch wirkende Details hörbar, die bei der Konkurrenz teilweise untergehen. Insgesamt verdient diese Darbietung eine klare Empfehlung!

Martin Blaumeiser [02.12.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Khatchaturian Konzert d-Moll für Violine und Orchester 00:39:10
4 Konzert-Rhapsodie für Violine und Orchester 00:23:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Antje Weithaas Violine
Staatsorchester Rheinische Philharmonie Orchester
Daniel Raiskin Dirigent
 
555 093-2;0761203509324

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