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CD-Besprechung

1825

Echoes of Vienna on Historical Harp

Gramola 99186

1 CD • 61min • 2018

13.09.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die Harfe ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit: Bereits um etwa 3000 v. Chr. ist sie in Mesopotamien und Ägypten belegt. In der Bibel ist sie das Instrument des Königs David; sie spielt in der Antike – besonders im Orient – eine wichtige Rolle, steht aber auch in der europäischen Musik des Mittelalters in Ehren; nicht zuletzt möglicherweise durch Vermittlung der volkstümlichen keltischen Harfe, die das Wappen der Republik Irland schmückt.

Die heutige Form der Konzertharfe ist die Frucht einer langen Entwicklung, das Instrument hat sich in ihrem Verlauf alle Tonleitern erobert, die auf altertümlichen Harfen keineswegs gespielt werden konnten. Es brauchte mehrere Jahrhunderte, bis das Instrument in der ganzen Skala der Chromatik spielbar war, über die auch Tasteninstrumente wie Orgel, Cembalo oder Klavier verfügten. Der Durchbruch gelang schließlich 1810 in Paris, wo Sébastien Érard (1752-1831), der auch ein berühmter Klavierbauer war, seine Harfe mit „Doppelpedalmechanik“ auf den Markt brachte, die zur Grundlage der heute verwendeten Konzertharfe wurde. Sébastien Érard war übrigens auch auf dem Gebiet des Klavierbaus ein Pionier – seine technischen Verbesserungen des Hammerklaviers wurden wichtige Voraussetzungen der modernen Klaviermechanik.

Mit der Nennung des Jahres 1825 im Titel ihrer CD nimmt die österreichische Harfenistin Elisabeth Plank ausdrücklich Bezug auf das Jahr, in dem die von ihr auf dieser CD bespielte Harfe gebaut wurde – ein Instrument auf technisch höchstem Niveau der damaligen Zeit, das sich nach aufwendiger Restauration in berückender Klangschönheit präsentiert.

Noch 1796 hatte sich Beethoven beim Wiener Klavierbauer Andreas Streicher darüber beklagt, das Spiel von Klavier und Harfe klänge oft noch zu ähnlich, und für die Zukunft eine deutliche Scheidung zwischen beiden Instrumenten gefordert. Érards Neuerungen im Harfen- und Klavierbau trugen dazu bei, dass die klangliche Eigenart beider Instrumente deutlicher werden konnte und auch der Literatur für beide Instrumente neue Horizonte erschlossen wurde. Wie wichtig Beethoven für die Etablierung der zeitgenössischen und zukünftigen Klavierliteratur geworden ist, muss nicht betont werden. Diese CD zeigt, wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue und eigenständige Literatur für die Harfe entstand, die sich deutlich dem technischen Fortschritt im Bau von Harfen verdankt und deren Entwicklung dieses Programm nachzeichnet. Elisabeth Plank hat für ihre CD nicht nur das modernste Instrument ausgewählt, das man damals bespielen konnte, sondern sie zeichnet mit internationaler Literatur, deren Komponisten alle einen deutlichen Bezug zu Wien hatten, auch ein Porträt ihrer Heimatstadt Wien als internationale Musikmetropole der Romantik.

Sie erweist sich dabei als außerordentliche musikalische Gestalterin und ermöglicht ihrem herrlichen Instrument, sich mit allen Aspekten seiner Klangschönheit zu präsentieren. So erwartet den Musikfreund auf dieser CD ein bemerkenswert schönes und vielgestaltiges Programm, dessen Titel gut „Belcanto auf der Harfe“ lauten könnte.

Erwähnenswert sind dabei auch das differenzierte Klangbild der Aufnahme und die Textbeilagen dieser CD, in der die mannigfaltigen Aspekte des Programms und des Instruments ausführlich und unter Berücksichtigung aller möglicher Gesichtspunkte der Thematik geschildert werden.

Detmar Huchting [13.09.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Elias Parish Alvars
1Gran Studio ad imitazione del Mandolino op. 84 (La Mandoline) 00:08:08
Louis Spohr
2Fantaisie c-Moll op. 35 für Harfe 00:08:38
Elias Parish Alvars
3Illustrazioni dei Poeti Italiani op. 97 00:07:51
Gioachino Rossini
6Sonata per arpa 00:02:37
Elias Parish Alvars
7Serenade op. 83 00:08:30
Ignaz Pleyel
8Rondo Ben 613 00:04:22
Franz Paul Lachner
9Drei Lieder ohne Worte für Harfe 00:09:24
Ludwig van Beethoven
12Sechs Variationen F-Dur über ein Schweizer Lied WoO 64 00:03:54
Nicholas Charles Bochsa
13Rondeau sur le trio Zitti Zitti du Barbier de Seville 00:07:03

Interpreten der Einspielung

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