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CD-Besprechung

Aram Khatchaturian

Cello Concerto • Concerto Rhapsody

cpo 555 007-2

1 CD • 57min • 2015, 2016

24.04.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die Erkundungen des Labels cpo in der Musik der Sowjetzeit haben im Falle Kabalewskijs bereits reiche Früchte getragen. Nun schickt sich die Osnabrücker Klassikproduktion anscheinend an, dasselbe für Khatschaturjan zu tun, denn den bislang zwei CDs mit Orchesterwerken des armenischen Meisters ist nun eine dritte gefolgt. Sie enthält seine beiden Kompositionen für Violoncello und Orchester: das 1946 entstandene Cellokonzert und die Konzertrhapsodie von 1963.

Soll versucht werden Khatschaturjans Musik zu charakterisieren, kommen den Kommentatoren regelmäßig Wörter wie „rhapsodisch“ oder „improvisatorisch“ in den Sinn – was nicht nur angesichts der Herkunft seines Idioms aus der nicht schriftlich fixierten Musizierpraxis verständlich erscheint. Seine Musik strahlt tatsächlich eine seltene Ursprünglichkeit und Spontaneität aus, als wäre sie gerade im Moment des Erklingens erfunden worden. Wie allerdings eine gelungene Improvisation zu entstehen pflegt, indem souverän beherrschtes künstlerisches Handwerk den spontanen Ideen des Musikers Schliff und Fassung verleiht und sie so zu optimaler Wirkung kommen lässt, so konnte sich auch der Komponist Khatschaturjan darauf verlassen, dass seine tadellose technische Könnerschaft es ihm stets ermöglichen würde, seine nie versiegenden melodischen, harmonischen und instrumentatorischen Einfälle ins beste Licht zu setzen. Der rhapsodisch-improvisatorische Eindruck entsteht, da die handwerkliche Qualität außer Frage steht, die Technik sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Khatschaturian ist geradezu das Gegenteil eines seine Gelehrsamkeit betonenden Komponisten. Damit lässt sich umreißen, vor welche Aufgabe seine Musik ihre Interpreten stellt: Ringen diese noch mit den technischen Anforderungen, bleibt der Eindruck mitreißender Frische aus.

Dem Solisten der vorliegenden Aufnahme kann man diesen Vorwurf nicht machen, denn mit Torleif Thedéen stand der Produktion ein ausgezeichneter Cellist zur Verfügung, der den Werken nicht nur in technischer Hinsicht vollauf gewachsen ist, sondern auch die Solostimme abwechslungsreich zu gestalten versteht. Leider hat er in dem von Daniel Raiskin dirigierten Staatsorchester Rheinische Philharmonie keinen ebenbürtigen Partner an seiner Seite. Dessen Leistung verbleibt im Rahmen des rein Handwerklichen. Allerorten hätte hier mehr getan werden können, um die Interpretation belebter und beseelter zu gestalten. Zu oft wirken die einzelnen Phrasen einfach nur aneinandergereiht, nicht aufeinander abgestimmt und auseinander hervorgehend, was namentlich in den von Repetitionen kurzer Motive geprägten Abschnitten den Eindruck von Gleichförmigkeit hervorruft. Kommt die Musik an eine Pause, lässt man der Ton abrupt abreißen, ohne dass er im Raum ausschwingen darf. Die Pausen atmen nicht, sondern sind Lücken. Auch könnten die Dynamikwechsel fließender gestaltet werden. Insgesamt wirken die Darbietungen durch Dirigent und Orchester zu zahm und vorsichtig, zu mechanisch, als dass sich der in den Noten der Partituren verborgene Zauber völlig entfalten könnte.

Ein Glanzstück der Veröffentlichung ist der ausführliche, mit interessanten Informationen zu Leben, Werk, Zeit und Rezeption Chatschaturjans reich versehene Einführungstext von Eckhardt van den Hoogen.

Norbert Florian Schuck [24.04.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Aram Khatchaturian
1Konzert e-Moll für Violoncello und Orchester 00:32:24
4Concerto-Rhapsody D flat major for Piano and Orchestra 00:24:36

Interpreten der Einspielung

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