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CD-Besprechung

François-Adrien Boieldieu

Piano Concert • Six Overtures

François-Adrien Boieldieu

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.03.19

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cpo 555 244-2

1 CD • 69min • 2015

Mit La Dame Blanche ist François-Adrien Boieldieu (1775-1834) sein wohl größter Wurf geglückt. Als einer der Hauptvertreter der Opéra comique erfreute er sich großer Beliebtheit, was wohl hauptsächlich an seiner schmissigen und sehr launigen Musik lag. Ob in den hier eingespielten Ouvertüren zu Le Calife de Bagdad, Emma ou La Prisonnière, Jean de Paris, Les Voitures versées, Ma Tante Aurore oder eben La Dame Blanche: Es ist eine sehr kantable, einfache, im Sinne von leicht verständlich gearbeitete Musik, die Merkmale des Rokkoko, der Wiener Klassik und der Frühromantik eines Carl Maria von Weber vereint, aber einen (unverkennbaren) Personalstil vermissen lässt. Architektonisch und charakterlich bieten diese sechs Ouvertüren kaum Abwechslung. Mit der an erster Stelle stehenden Eingangsmusik zu Le Calife de Bagdad ist eigentlich schon alles gesagt. Zwei oder drei Ouvertüren hätten also durchaus gereicht, wirkt das musikalische Geschehen auf Dauer doch etwas eintönig, wäre da nicht Howard Griffith. Sehr musikantisch und akzentuiert ist seine Herangehensweise. Perfekt ausbalancierte Instrumentengruppen und ein detailreicher Orchesterklang ermöglichen ihm zudem einen überzeugenden Spannungsaufbau. Schließlich lässt er es mit dem Orchestra de la Svizzera italiana auch mal ordentlich krachen und knallen und macht so Ecken und Kanten in der Musik Boieldieus hörbar, die den Hörer dann doch etwas mehr fordern, als es diese in erster Linie einfach liebenswürdige Musik es vermuten lässt.

Eine vortreffliche Ensemblekultur beweist das Orchestra de la Svizzera italiana auch in einem Jugendwerk Boieldieus, dem zweisätzigen Klavierkonzert F-Dur aus dem Jahr 1792. Der technisch anspruchsvolle, aber sehr dankbare Klavierpart mutet gelegentlich wie eine Schule der Geläufigkeit an. Doch es ist der Pianistin Nataša Veljković zu verdanken, dass neben virtuoser Brillanz und technischer Bravour das Einfühlsame und Klangsinnliche nicht zu kurz kommt. Ihr fein artikuliertes und sorgsam phrasiertes Spiel ist von solch einer verführerischen Eleganz und Farbigkeit, dass die an Ideen nicht unbedingt reiche musikalische Substanz dieses sehr verspielt daherkommenden Konzerts in den Hintergrund tritt.

Christof Jetzschke [06.03.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F.-A. Boïeldieu Le Calife de Bagdad (Ouvertüre) 00:07:17
2 Emma ou La Prisonnière (Ouvertüre) 00:06:40
3 La dame blanche (Ouvertüre) 00:08:59
4 Jean de Paris (Ouvertüre) 00:07:53
5 Les Voitures versées (Ouvertüre) 00:04:57
6 Ma Tante Aurore (Ouvertüre) 00:07:24
7 Konzert F-Dur für Klavier und Orchester 00:26:08

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nataša Veljković Klavier
Orchestra della Svizzera Italiana Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
555 244-2;0761203524426

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