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CD-Besprechung

C.P.E. Bach

Solo Keyboard Music Vol. 37

BIS 2331

1 CD • 78min • 2017

22.02.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Der 37. Band von Miklos Spányis Gesamteinspielung der Solo-Claviermusik von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) ist in sich selbst eine Premiere: Spányi hatte bisher Clavichord und Tangenten- oder Hammerflügel, die Instrumente des emotionalen Aufbruchs im musikalischen Sturm und Drang verwendet – und das war angesichts der führenden Rolle, die dem Bach-Sohn in dieser musikalischen Richtung zukam, auch durchaus mit guten musikalischen Argumenten zu begründen. Für diesen Band mit Kompositionen von 1745-1755 hat sich der Künstler allerdings für ein Cembalo entschieden; ganz so, wie es das zentrale Stück des Programms, die Sonata per il cembalo a due tastature in d-Moll Wq. 69, verlangt.

Passend zum Finale der Sonate Wq. 69, einem Variationssatz, erklingen einige andere Kompositionen in Variationsform; darüber hinaus zwei weitere Sonaten, die mehr als die überaus originelle Sonate Wq. 69 den galanten Zeitgeschmack bedienen, wenn sie auch das spezielle Idiom C. Ph. E. Bachs nicht verleugnen. Zwei Fugen, in denen der Spagat zwischen der althergebrachten Form und dem musikalischen Aufbruch, den er symbolisierte, virtuos gemeistert ist, sowie kleinere Stücke wie ein Menuett mit Variationen und zwei langsame Stücke, die einst Mittelsätze von Sonaten waren, ergänzen dieses Porträt Carl Philipp Emanuel Bachs als Komponist für Cembalo solo: Schließlich war er in dem Jahrzehnt, in welchem diese Stücke entstanden sind, Kammercembalist Friedrichs des Großen – der König mochte zwar die Musik seines Bachs nicht sonderlich (Majestät waren einem galanteren Musikgeschmack zugeneigt), auf einen Musiker mit dem klangvollen Namen Bach wollte er aber in seinen Diensten nicht verzichten.

Miklós Spányi hat für diese Einspielung ein Cembalo aus der Werkstatt von Michael Walker in Neckargemünd gewählt: Gebaut nach einem 1745 in der Antwerpener Werkstatt von Johannes Daniel Dulken entstandenen Instrument ist es in seiner Ausstattung bestens dafür geeignet, die detaillierten Register- und Vortragsanweisungen umzusetzen, die der Komponist in die Noten geschrieben hat. Das reichhhaltige Programm steuert zielgerichtet auf seinen Höhepunkt zu, der Sonate in d-Moll Wq. 69: Sie nimmt alle stimmungsvollen und satztechnischen Raffinessen der Vorgängerstücke auf und übertrifft sie. Mit dieser CD bietet der Interpret, der mit seiner Stisicherheit und dem Umfang seiner Diskographie des „Berliner“ und „Hamburger“ Bachs als dessen maßgeblicher zeitgenössischer Interpret gelten darf, hier ein souverän gestaltetes Panorama über ein Jahrzehnt der Claviermusik dieses Bach-Sohnes. Während dieser zehn Jahre erschien 1753 auch der erste Band der Schrift Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen, des theoretischen Hauptwerks von C. Ph. E. Bach, der zu Lebzeiten höheren Ruhm als sein Vater Johann Sebastian Bach genoss.

Die Abbildung der klanglichen Schönheit des bemerkenswerten Instruments, das in meisterlicher Kopie einen späten Höhepunkt des Cembalobaus widerspiegelt, ist den Toningenieuren von BIS in der hohen Qualität gelungen, die auch die Wiedergabe der anderen Clavierinstrumente auszeichnete, auf denen Miklós Spányi die bisherigen Teile seiner Einspielung der Solo-Claviermusik von C. Ph. E. Bach eingespielt hat.

Detmar Huchting [22.02.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Philipp Emanuel Bach
1Minuet C-Dur Wq 118/3 H 4 00:06:57
7Fuge F-Dur Wq 119/3 H 100 00:04:21
8Andante a-Moll Wq 65/10 H 19 00:01:29
9Fuge A-Dur Wq 119/4 H 101.5 00:05:42
10Sonate G-Dur Wq 65/15 H 43 00:14:18
13Arioso F-Dur Wq 118/4 H 54 00:10:01
21Sonate F-Dur Wq 65/18 H 48 00:10:08
24Larghetto B-Dur Wq 65/9 H 18 00:03:49
25Sonata per il Cembalo a 2 tastature d-Moll Wq 69 H 53 00:20:15

Interpreten der Einspielung

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