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CD-Besprechung

Franz Krommer

Symphonies 1-3

Franz Krommer

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 27.12.16

Klassik Heute
Empfehlung

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cpo 555 099-2

1 CD • 77min • 2013, 2014

Es sieht nicht gut aus für das Orchestra della Svizzera italiana (OSI). Seit geraumer Zeit stehen Sparbeschlüsse des Schweizerischen Rundfunks im Raum, der sich aus finanziellen Gründen aus der Förderung des Orchesters zurückziehen will. Sollte es jemals soweit kommen, sähe es in der Tat – allen Rettungsszenarien zum Trotz – wohl düster für das 1935 gegründete und weithin geschätzte Orchester aus. Wenig tröstlich ist da die Tatsache, dass bei der ganzen Diskussion eines nie in Frage gestellt wird: die künstlerische Qualität des Klangkörpers, der sich eines weithin etablierten Renommees erfreut.

Das kann man beim Hören der Einspielung mit den Sinfonien Nr. 1-3 von Franz Krommer unmittelbar nachvollziehen. Die ist nämlich in allen Belangen absolut erstklassig. Das OSI spielte unter Howard Griffiths Leitung ebenso elegant wie brillant. Überzeugender könnte ein Plädoyer für die Musik des als Symphoniker weitgehend vergessenen Krommer jedenfalls kaum ausfallen. Das OSI zeichnet sich durch ein hohes Klangideal aus: die Spiel- und Klangkultur ist denen anderer Profiorchester absolut ebenbürtig. Hinzu kommt noch ein fein austarierter und über alle Maßen sensibler Ensembleklang. Krommers Musik wird hier in allen ihren Facetten überaus geistreich ausgeleuchtet. Zeitlebens immer im Schatten der „großen“ Namen Haydn und Beethoven stehend, widerfährt seiner Musik mit einer Einspielung wie dieser endlich eine gewisse Gerechtigkeit, denn so geschmackvoll, handwerklich solide und auch einfallsreich wie Krommers Musik schon von seinen Zeitgenossen eingeschätzt wurde, spielt auch das OSI.

Das fängt bei den homogen klingenden und mit größter Präzision spielenden Streichern an und hört bei den exzellenten Bläsern nicht auf. Erstere zeichnen sich ebenso durch sinfonischen Schmelz wie durch geschmeidige Eleganz aus, letztere haben den nötigen Biss, um auch mal die Abteilung Attacke bedienen zu können, verfügen aber über ein gerüttelt Maß an Noblesse und Klangkultur, um sich nicht über Gebühr in den Vordergrund zu drängen. Insgesamt wird hier wirklich durchweg auf der Stuhlkante musiziert, was auch Krommers mitunter ein wenig unscheinbar erscheinende Sinfonien zu aufregenden Werken macht. Nicht ganz zu Unrecht steht dessen Kammermusik durchaus in dem Ruf, ein Ausbund an Gediegenheit und Solidität zu sein. Dass diese Musik aber auch richtig spannend, ja sogar mitreißend klingen kann, das führt das OSI hier in absolut überzeugender Weise vor. Bleibt zu hoffen dass dieses künstlerisch makellose Statement auch bei den Kulturverantwortlichen nicht ungehört bleibt.

Guido Krawinkel [27.12.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F.V. Krommer Sinfonie Nr. 1 F-Dur op. 12 00:24:02
5 Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 40 00:24:21
9 Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 62 00:28:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchestra della Svizzera Italiana Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
555 099-2;0761203509928

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