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CD-Besprechung

Franz Liszt and the Violin

Thomas Albertus Irnberger

Franz Liszt and the Violin

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.05.12

Klassik Heute
Empfehlung

Gramola 98932

1 CD/SACD stereo/surround • 64min • 2011

Das vergangene Liszt-Jahr zur 200. Feier seines Geburtstags hat uns den schillernden Komponisten nicht besonders nahe gebracht. In den Konzertsälen wurde er zugunsten Gustav Mahlers mancherorts geradezu ignoriert, auf dem Schallplattenmarkt gab es zwar Retrospektiven, aber leider kaum so intelligente Programme wie das vorliegende von Thomas Albertus Irnberger und Edoardo Torbianelli, das einen bestimmten Aspekt des riesenhaften Œuvres sehr konzentriert beleuchtet: Liszts Verwendung der klavierbegleiteten Solo-Violine. Ist es das immer noch weiter tradierte Vorurteil, Liszt habe zu oft die Grenzen des guten Geschmacks überschritten, das zu seiner so bedauerlichen Vernachlässigung führt?

Irnberger und Torbianelli spielen auf jeden Fall auch in den virtuosesten Passagen der hier versammelten sechs Werke so edel, ja, meist sogar nachgerade so vornehm, dass ein möglicher Vorwurf der Geschmacksunsicherheit vollkommen ins Leere läuft. Das ist sinnvoll im Falle des quasi impressionistischen Epithalams oder der späten Studie La lugubre Gondola, die in der Bearbeitung für Violine zu einem erratischen und weit ins 20. Jahrhundert vorausweisenden Stück Musik gemacht wird. Auffälliger ist diese Zurückhaltung hingegen in den Werken, in denen der zigeunerische Reiz der Violine voll ausgespielt wird, der Lenau-Paraphrase Die drei Zigeuner und der 12.Ungarischen Rhapsodie; beide Stücke werden von jeder folkloristischen Attitüde ferngehalten, in vielen Momenten sogar geradezu träumerisch vorgestellt. Irnberger ist ein echter Virtuose, der das Schwierige blitzsauber spielt, ähnlich wie Torbianelli, der aus dem Hammerflügel (1856) größtmöglichen Glanz herausholt; doch sie untersagen sich jeglichen rattenfängerischen Reiz, jede Überwältigung, jede Show. In der 2. Variation des Grand Duo concertant ist Irnbergers Bescheidenheit sogar so groß, dass seine Pizzicati fast vollständig mit dem Klavier verschmelzen und kaum zu hören sind. Mancher Hörer könnte sich vielleicht noch ein wenig mehr an Bravour wünschen, zumal in den extrovertierten Stücken; doch für die Musik, die in ihrer reinen Substanz heraustreten kann, ist die Ernsthaftigkeit des Duos ein großer Gewinn: hörenswert für jeden, der sein Liszt-Bild bereichern und vielleicht auch ein wenig korrigieren will.

Dr. Michael B. Weiß [04.05.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Liszt Die drei Zigeuner S 383 (Paraphrase) 00:08:32
2 Grand duo concertant on Lafont's le marin S 128 00:13:49
7 La lugubre gondola S 134bis 00:06:37
8 Epithalam S 129 00:03:45
9 Rhapsodie hongroise Nr. 12 00:10:04
10 Duo (Sonate) cis-Moll S 127 00:20:31

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Thomas Albertus Irnberger Violine
Edoardo Torbianelli Klavier
 
98932;9003643989320

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