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ALLES WALZER ! ... oder was ?

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Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 16.01.12

Klassik Heute
Empfehlung

Edition Hera 02009

1 CD • 79min • 2007

Nur ein geringer Prozentsatz der vielen Millionen Hörer und Zuschauer des weltberühmten Wiener Neujahrskonzertes weiß vermutlich, dass selbst die scheinbar so leichte Muse, die feine Wiener Tanzmusik-Kunst der Strauß-Dynastie, seit einigen Jahrzehnten wissenschaftlich erforscht und editionsphilologisch betreut wird: Viele später hinzugekommen Lesarten und nicht wenige Nachlässigkeiten sind da zu korrigieren. Doch es geht nicht nur um korrekte Notentexte, sondern auch um die klingende Erscheinung der vielgeliebten Musik von Joseph Lanner, Eduard sowie Vater und Sohn Johann Strauß. Ungefähr in der Zeit, in welcher das Editionsprojekt gestartet wurde, ergänzte das Alt-Wiener Strauß-Ensemble Stuttgart die philologischen Bemühungen in interpretatorischer Perspektive.

Seit seinem Gründungsjahr 1972 ruft das von Arthur Kulling gegründete und aus Mitgliedern des Württembergischen Staatsorchesters Stuttgart bestehende Ensemble den wahrscheinlich originalen Klang vieler Kompositionen der Strauß-Dynastie in Erinnerung, der von der luxuriösen Erscheinungsweise, für die besonders die Wiener Philharmoniker stehen, beträchtlich abweicht. Zum Jubiläum der erfolgreichen Formation erschien nun eine randvolle CD, geleitet vom neuen Leiter des Ensembles, Ralph Kulling, dem Sohn von Arthur Kulling. Das auffälligste Merkmal dieser Rekonstruktionen der „Ur“-Kapelle der Strauß-Familie ist natürlich die reduzierte Besetzung; hier wird Kammermusik gemacht, nicht tänzerische Großsinfonik gepflegt: Die Streicher bilden nur eine Schicht der Totale, nicht ihre Hauptsache, demgegenüber kommen die sehr individuell gestalteten Holzbläsersoli sowie beispielsweise auch die fein differenzierten Nachschläge in den Hörnern sehr deutlich heraus. Die Tutti-Passagen etwa im Walzer Accelerationen von Johann Strauß Sohn sind durchaus repräsentativ, können jedoch schwereloser balanciert werden als dies in den großsinfonischen Umsetzungen möglich ist.

Auch die Bearbeitungen von Stücken, die original für weitaus größere Orchester konzipiert sind, etwa Rossinis Ouvertüre zu L'Italiana in Algeri oder Otto Singers Paraphrase der Rosenkavalier-Walzer nach Richard Strauss machen viel Freude, weil sie reizvoll sprechend und atmend artikuliert werden. So spielt diese sympathische Produktion nicht nur die "Originalitäts-Karte", also den authentischen Buchstaben, aus, sondern setzt auch auf den gut Strauß'ischen Geist der niveauvollen Unterhaltung.

Dr. Michael B. Weiß [16.01.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Strauß (Sohn) Simplicius-Walzer op. 427 (Donauweibchen) 00:09:28
2 Romanze Nr. 2 g-Moll op. 255 00:04:38
3 I. Ivanovici Donauwellen (Konzertwalzer) 00:08:26
4 J. Strauß (Sohn) Banditen-Galopp op. 378 00:02:19
5 G. Rossini Ouvertüre (aus: L' Italiana in Algeri) 00:07:53
6 R. Strauss Der Rosenkavalier op. 59 (Walzerfolge Nr. 1) 00:09:38
7 J. Strauß (Sohn) Im Sturmschritt op. 348 (Polka schnell) 00:02:19
8 E. Waldteufel Die Schlittschuläufer op. 183 00:07:57
9 J. Strauß (Sohn) Csárdás op. 441 Nr. 1 (aus: Ritter Pásmán op. 441) 00:04:46
10 Accelerationen-Walzer op. 234 00:09:23
11 J. Strauß (Vater) Seufzer-Galopp op. 9 00:01:47
12 J. Strauß (Sohn) Liebeslieder-Walzer op. 114 00:08:56
13 L. Anderson The Typewriter 00:01:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alt-Wiener Strauss-Ensemble Orchester
 
02009;4025463020095

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