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CD-Besprechung

Peter Tschaikowsky: Nussknacker op. 71

Ondine 2 CD ODE1180-2D

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 13.10.11

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Ondine ODE1180-2D

2 CD • 1h 33min • 2011

Man wird es den Mitgliedern des Russischen Nationalorchesters kaum verdenken, dass sie im Divertissement und im Blumenwalzer einer gewissen Routine nicht entkommen konnten: Wer weiß, wie oft sich die Musiker in dieser oder einer andern Formation mit den sogenannten Highlights ihr Brot verdienen mußten, wie oft sie den arabischen Kaffee aufgebrüht und gedanklich beim Trepak ihren Wodka gestülpt haben!

Desto erfreulicher ist die Gesamtwirkung, die Mikhail Pletnev und das Orchester trotz aller „Vertrautheiten" erzielen, weil der Sinfoniker Tschaikowsky in dieser nur vordergründig niedlichen Ballettmusik beim Worte genommen wird, ohne dass man dabei die musikalische Szenerie mit allzu großer Bedeutung überfrachtet hätte. Miniaturen wie der Marsch und der kleine Galopp der Kinder bleiben immer leichtfüßig und transparent, der Großvater schreitet zwar gravitätisch, nicht aber gichtbrüchig über die Bühne, die Schlacht wird nicht als Mutter der elften Schostakowitsch-Sinfonie mißzuverstehen sein. Dennoch sind die zitierenden Anspielungen und die heimlichen strukturellen Querverbindungen (zwischen der Miniatur-Ouvertüre und der Ankunft in Konfitürenburg etwa), die mal bestrickenden, mal geradezu gespenstischen Farben sowohl mit großer Eleganz als auch mit erheblicher Suggestivkraft ausgeführt: Der Beginn der nächtlichen Szenerie mit Mäusen, Mädchen und Nußknacker klingt ganz so, als verwandelten sich vor unserm Ohr und innern Auge die großen, leisen Schneeflocken in tönenden Goldstaub und feinstes Feengespinst, bevor man sich dämonisch-wild ins Getümmel stürzt und – piffpaff! – mit Erbsenpistölchen aufeinander feuert. Vollendete Magie überzieht den Winterwald der zweiten Szene, und der Pas de deux des zweiten Aktes – eine der schönsten Durtonleiter-Kompositionen der gesamten Musikgeschichte – hat noch nicht recht begonnen, wenn sich auch schon jeder Hauch von Pflichterfüllung wie von Zauberhand auflöst. Akustisch bewegt sich die Produktion bewegt in einem schönen, runden Raum, und sogar die Übersetzung des englischen Einführungstextes liest sich wie ein flüssiges Original. Sehr gelungen!

Rasmus van Rijn [13.10.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Tschaikowsky Nussknacker op. 71

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Russisches Nationalorchester Orchester
Mikhail Pletnev Dirigent
 
ODE1180-2D;0761195118023

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