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CD-Besprechung

39 Historische Orgeln in Frankreich Vol. 9

39 Historische Orgeln in Frankreich Vol. 9

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 09.08.11

Klassik Heute
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Sinus Sin 3009

1 CD/SACD • 58min • [P] 2011

Die kleine französische Gemeinde Caudebec-en-Caux in der Normandie ist einer jener Orte, die aufgrund ihrer großartigen Geschichte Kunstdenkmäler beherbergen, die in keinem Verhältnis zur aktuellen Bedeutung des Ortes stehen – die Gemeinde hat heute knapp 2500 Einwohner – geschweige denn, dass vergleichbare architektonische Projekte heute noch zu realisieren wären. Im Fall von Caudebec-en-Caux gilt dies für die dortige Notre-Dame-Kirche, einem gotischen Bau, der 1484 eingeweiht und zwischen 1520 und 1539 erweitert wurde. Im 16. Jahrhundert ging man auch an die Installierung einer Orgel (Legrand/Gaillardon 1539), die dann bis zum Ende des 17. Jahrhunderts in stetig aufeinanderfolgenden Etappen vergrößert wurde. Zweihundert Jahre nach der Weihe wurde die Orgel durch die Brüder Lefebvre restauriert, ebenso 1832 sowie 1931; weitere Arbeiten wurden 1958/59 sowie 1972 durchgeführt; die letzte große Restauration, ergänzt durch eine inzwischen gestiegene historische Informiertheit, geschah in den Jahren 2003 bis 2006 durch die pedemontesische Firma Barthélémy Formentelli.

Albert Bolliger traf also wohl für seine klingende Besichtigung der Lefebvre-Orgel, Folge 9 seiner Reihe „Historische Orgeln in Frankreich“ (dies wohlgemerkt nur eine Sub-Serie seiner monumentalen Sammlung von internationalen Orgelportraits), auf einen denkbar guten Erhaltungsstand des Instruments. Keine Gemeinde scheint für den unermüdlichen organistischen Reisenden Bolliger zu abgelegen oder zu klein zu sein; überall entdeckt er Schätze. In der neuen Folge sind es etwa die wunderbar schnarrenden Farbregister (Kornett, Trompete, Bourdon) in der „Suite“ von Nicolas Lebègue mit dem prachtvollen Tiefbaß im „Dialogue“ (Tr. 8), einem Werk, das Bolliger auch besonders anspringend und temperamentvoll spielt; reizvoll auch die winzigen Noel-Miniaturen Jean-François Dandrieus mit ihrem bordunartigen Orgelpunktspiel (herrlich etwa der Vogelgesang des „Rossignol“-Registers). Die volle Pracht der Orgel wird dramaturgisch geschickt erst in Jacques Boyvins Suite vorgeführt. Wie bei allen Folgen aus Bolligers organistischer Wunderkammer ist auch hier das Beiheft reich bebildert, etwa mit Details aus dem eindrucksvollen Orgelprospekt. Wer sich angesichts der Fülle von Orgelportraits aus Bolligers Hand etwas überfordert fühlt und einen leicht zu bewältigenden Einstieg sucht, könnte gut zu dieser Produktion greifen – oder aber einfach willkürlich in den reichen Katalog hinein, es lohnt sich in jedem Fall.

Dr. Michael B. Weiß [09.08.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Lebègue Simphonie G-Dur
2 Suite du deuxième ton
11 E. du Caurroy Cinq Fantaisies sur Une Jeune Fillete
16 É. Richard Prélude de Mr Richard de St-Jacques
20 J.-F. Dandrieu Le Roy des Cieux vient de Naître (Noël)
21 Tous les Bourgeois de Chartres (Noël)
22 À minuit fut fait Reveil (Noël)
24 J.N. Geoffroy Marche de l'opéra Thésée
25 Pièce de l'opéra Atys
26 Bourrée (Air de Ballet pour les Basques)
27 Air de Ballet (Marche)
28 Suite du Huitesme ton

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Albert Bolliger Orgel
 
3009;0798981300904

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