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CD-Besprechung

España

España

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 19.05.11

Acousence Classics ACO-CD-21610

1 CD • 75min • 2010

Einen philharmonischen Hochglanzprospekt darf sich der Hörer von vorliegendem Spanien-Album „Espana“ nicht erwarten; dafür ist die Besetzung der Anhaltischen Philharmonie Dessau zu klein. Das heißt aber nicht, dass deren Chefdirigent seit 2009, der Niederländer Antony Hermus, nicht auch Staat zu machen versteht, etwa am Schluß von Ravels Alborada del gracioso oder in Turinas Danzas fantásticas. Doch mit den gängigen Versionen der hier vorgestellten Stücke, etwa den Interpretationen von Ravels Alborada zwischen André Cluytens (1960er Jahre), Charles Dutoit (1980er Jahre), Pierre Boulez (1990er Jahre) oder auch Christoph Eschenbach von 2004 können diese Dessauer Neueinspielungen in puncto Brillanz und Volumen nicht mithalten.

Die anhaltische Philharmonie bietet eher den Charme eines kleineren, leichtgewichtigen und auch akustisch angenehm trocken eingefangenen Theaterorchesters. Diese Ästhetik steht den einzelnen Spanien-Hommagen gar nicht schlecht zu Gesicht, zumal ja de Fallas Drei Tänze aus El sombrero de tres picos genuin Ballettmusiken sind und auch die übrigen Stücke, bis hin zu Rodrigos Concierto de Aranjuez, durchgehend tänzerische, balletthafte Stilmotive ausprägen. Den Einstudierungen merkt man an, dass das Orchester die Stücke sehr gut kennt und nicht lustlos vorträgt.

Was die Musiker unter Antony Hermus jedoch versäumen, ist eine gewisse Profilierung der einzelnen Instrumentalauftritte. Man hört das sehr deutlich in Chabriers Espana-Rhapsodie, bei denen das Orchester etwa im Vergleich zur vorbildlich plastisch Einspielung des Orchestre Lamoureux unter Yutaka Sado (2000, Erato 3984-27321-2) gelegentlich zu wenig reaktionsschnell wirkt, die Totale zu wenig trennscharf ist und ein wenig spielerische Aggression den einzelnen Soli gut täte. Auch Marlon Titre spielt das populäre Gitarrenkonzert Rodrigos betont zärtlich und legt es so etwas einseitig aus den leisen Passagen heraus an. Doch ein solcher Zugang ist Geschmackssache. Alles in allem präsentiert sich die Anhaltische Philharmonie Dessau auf durchaus beachtlichem Niveau.

Dr. Michael B. Weiß [19.05.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A.E. Chabrier España (Rhapsodie für Orchester) 00:06:26
2 J. Turina Danzas fantásticas op. 22 00:15:11
5 J. Rodrigo Concierto de Aranjuez für Gitarre und Orchester 00:23:37
8 M. Ravel Alborada del gracioso (aus: Miroirs) 00:07:44
9 M. de  Falla El sombrero de tres picos (Drei Tänze aus dem Ballett) 00:12:00
12 A. Márquez Danzón Nr. 2 00:09:43

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Anhaltische Philharmonie Dessau Orchester
Antony Hermus Dirigent
 
ACO-CD-21610;4260017182168

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