Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 2 c-Moll WAB 102

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1829

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 15.11.10

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

BIS 1829

1 CD/SACD stereo/surround • 62min • 2009

Klinisch, antiseptisch, forensisch, bestrahlt vom grellen Schein einer überdimensionalen OP-Leuchte - das waren die Attribute und Assoziationen, die sich mir beim ersten Anhören dieser Produktion aufdrängen wollten: Anton Bruckner auf dem Seziertisch, kommentiert von einem „Geschichtsmediziner", der partout herausfinden will, ob es wohl möglich sei, nach der Abhäutung all der sogenannten Frömmigkeit das Wesen unseres vielbestaunten Österreichers herauszupräparieren; ob sich ohne den letzten Hauch innerer Wärme die Illusion von der „Größe" dieser Bauwerke noch aufrechterhalten ließe; und ob nach der Ablöschung jeglicher Glut am Ende nicht vielleicht doch nur jene warme Luft bliebe, die den Kritikern des Meisters für gewöhnlich um die tauben Ohren weht ...?

Sollte das die Idee hinter dieser Interpretation der bis heute gewiß noch verkannten zweiten Sinfonie gewesen sein, so wurde damit das genaue Gegenteil erreicht. Nach eingehenderer Beschäftigung mit dieser schwedischen Interpretation, die so gar nicht meiner Vorstellung von Bruckner entspricht, ergaben sich zwar immer neue Fragen (zum Beispiel nach den bisweilen recht seltsamen Temporelationen zwischen den Themenfeldern), doch es gab auch wieder mal eine eindeutige Antwort: Auch diese zweite Sinfonie aus dem Jahre 1877 ist a) ein Individuum, b) „unkaputtbar" und c) ein Meisterwerk, das so viel an eigenem Format enthält und ein solches Maß an geistigen Dimensionen transportiert, dass selbst der Versuch einer (bewußten oder unbewußten) Demontage zur Wahrheit zurückführen muß und dass auch die befremdlichsten „Deutungen" ihren Teil zur Erhellung und mehr noch zur Erleuchtung beitragen. Dann vergißt man auch bereitwillig all die Attribute, die sich anfangs ungerufen einstellen wollten.

Der etwas unterkühlte Gesamtklang der Einspielung steht im Dienste der Ansichten und wird gewiß nicht jedermanns Sache sein - aber lehrreich ist er allemal.

Rasmus van Rijn [15.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Bruckner Sinfonie Nr. 2 c-Moll WAB 102 01:01:04

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Swedish Chamber Orchestra Orchester
Thomas Dausgaard Dirigent
 
1829;0731859918297

Bestellen bei jpc

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
ARD-Wettbewerb 2019