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CD-Besprechung

Heinrich Ignaz Franz Biber Rosenkranzsonaten

Coviello Classics COV 21008

2 CD/SACD • 2h 05min • 2009

29.10.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Auf einer um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Darstellung acht großer Tonsetzer findet sich das Konterfei Peter von Winters neben jenen von Bach, Mozart und Beethoven. Auch wenn dies ein wenig hoch gegriffen sein mag, so ist es doch absolut unverständlich, dass dieser zu Lebzeiten europaweit berühmte Komponist so komplett in Vergessenheit geraten konnte, dass man seine Werke heute regelrecht wiederentdecken muss. Vielleicht liegt es daran, dass der zwei Jahre nach Mozart geborene und zwei Jahre vor Beethoven gestorbene Winter überwiegend auf dem Gebiet der Oper tätig war, wo sich der Geschmack in der Regel schneller wandelt.

Dass von Winter jedoch als Komponist von Instrumentalmusik nicht minder versiert war, erfährt man aus seinem Kammermusikschaffen ebenso wie aus den hier eingespielten Orchesterwerken, bei denen es sich mit einer Ausnahme um Welt-Ersteinspielungen handelt. Winter wuchs im Umfeld der „Mannheimer Schule“ auf – bereits mit zehn Jahren spielte er Violine, später auch Kontrabass in der kurpfälzischen Hofkapelle, mit der er dann nach München übersiedelte – und dieser fruchtbare Nährboden hat in seinen Sinfonien Spuren hinterlassen: Prägnante Thematik, flexible Dynamik und aparte Orchestrierung kennzeichnen die um 1780 entstandene dreisätzige D-Dur-Sinfonie. Noch origineller und fantasievoller gibt sich die undatierte Schweriner Sinfonie, die auf einen langsamen Satz verzichtet und einem spannungsgeladenen Sonatensatz-Allegro mit Grave-Einleitung direkt einen brillanten Kehraus folgen lässt. Höchst charmante Miniaturen sind die drei Entr’actes, freie Orchestersätze ganz unterschiedlichen Charakters: Eine Polonaise stellt den Holzbläsern anspruchsvolle solistische Aufgaben, ein slawisch angehauchtes Allegro wartet mit rhythmischen und kontrapunktischen Überraschungen auf, und in einer mehrteiligen Szene, bei der wiederum die Holzbläser als Protagonisten fungieren, lässt der Belcanto-geschulte Opernkomponist grüßen. In diesen subtilen Stimmungsbildern zeigt sich ebenso wie in der machtvollen c-Moll-Ouvertüre eine Hinwendung zur aufkommenden Romantik.

Die Solobläser des Münchner Rundfunkorchesters – Christiane Dohn (Flöte), Jürgen Evers (Oboe) und Michael Weigel (Fagott) – verdienen höchstes Lob, wie überhaupt die Entr'actes am differenziertesten gelungen sind. Die übrigen Wiedergaben unter Johannes Moesus' manchmal etwas unstetem Dirigat sind ein wenig pauschaler, auch das Klangbild könnte durchsichtiger sein. Dies mindert jedoch den Wert dieser hörenswerten Wiederentdeckungen, denen ein kenntnisreicher Einführungstext beigegeben ist, nicht wesentlich.

Detmar Huchting [29.10.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Peter von Winter
1Sinfonie Nr. 1 D-Dur 00:17:17
2Ouverture à grand Orchestre c-Moll op. 24 00:07:25
3Entr'Acte Nr. 3 C-Dur – Polonaise 00:05:39
4Entr'Acte Nr. 5 e-Moll – Allegro 00:03:30
7Entr'Acte Nr. 6 C-Dur – Adagio - Allegretto - Adagio - Allegretto 00:09:23
8Sinfonie D-Dur (Schweriner) 00:12:35

Interpreten der Einspielung

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