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CD-Besprechung

J. Brahms

Tudor 1 CD/SACD stereo/surround 7167

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 23.03.10

Tudor 7167

1 CD/SACD stereo/surround • 48min • 2009

Chormusik zählt nicht gerade zu den „Rennern“ auf dem CD-Markt. Vor allem so ernste und subtile Kompositionen wie die Chorwerke von Johannes Brahms haben keinen leichten Stand im Repertoire – nicht zuletzt auch im Konzertleben. Es sind dies aber auch keine Werke für „Jedermann“, man muß sie sich erarbeiten, muß ihnen eine gute Portion Zuneigung entgegenbringen. Der Lohn ist groß, denn wenn man diese Schöpfungen, ihre Musik, ihre tiefsinnigen Worte (Schiller, Goethe, Hölderlin) miterlebt und mitfühlt, öffnen sich neue, wunderbare Welten.

Nänie, Gesang der Parzen und das Schicksalslied liegen in vorbildlichen Realisierungen vor, von der einigermaßen populären Alt-Rhapsodie gibt es Aufzeichnungen, die weit in die Schallplattengeschichte zurückreichen. Dennoch verdient die Neuaufnahme – hergestellt 2009 in der Konzerthalle Bamberg – besondere Beachtung, vor allem wegen der herausragenden musikalischen Leitung durch den britischen Dirigenten Robin Ticciati. Der junge Künstler (Jahrgang 1983), der auch schon als Operndirigent exzelliert hat, scheint eine besondere Inklination zu der wehmutsvollen, träumerisch-verhangenen Musikwelt Brahms’ zu besitzen. Da stimmen Tempo, Emotion und Bewegung auf das Beste und Genaueste zusammen.

Weniger günstig kann sich die Sängerin der Alt-Rhapsodie präsentieren. Die Stimme von Alice Coote besitzt zwar unbestreitbar hohe Qualitäten, ist klangvoll und rein – aber es ist kein Alt, wie er von Brahms verlangt wird, sondern ein sehr heller Mezzo, fast schon in der Sopran-Region zu Hause. Daher stellen sich Probleme mit der tiefen Lage ein. Auch fehlt das Bindende, Strömende im Gesang, wie es in den maßstäblichen Aufnahmen mit Kathleen Ferrier oder Christa Ludwig zu vernehmen ist. Zudem bleibt der Wunsch nach deutlicher Textaussprache zumeist unerfüllt.

Hauptdarsteller in dieser Aufnahme ist naturgemäß der Chor des Bayerischen Rundfunks (Einstudierung: Michael Glaser), der durch eine ausdrucksvolle, souveräne Leistung imponiert. Kleine Irritationen in der Sopranhöhe fallen nicht allzusehr ins Gewicht. So entsteht in Gemeinschaft mit dem eminenten Orchester, den Bamberger Symphonikern (seit 2003 ehrenhalber Bayerische Staatsphilharmonie genannt), ein concentus musicus der besonderen Art.

Clemens Höslinger [23.03.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Nänie op. 82 für Chor und Orchester 00:11:34
2 Gesang der Parzen op. 89 für Orchester und gemischten Chor 00:10:10
3 Alt-Rhapsodie op. 53 00:11:53
4 Schicksalslied op. 54 für Orchester und gemischten Chor 00:14:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alice Coote Mezzosopran
Chor des Bayerischen Rundfunks Chor
Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie Orchester
Robin Ticciati Dirigent
 
7167;0812973011675

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