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CD-Besprechung

F. Chopin • A. Dvořák • P. Tschaikowsky

Acousence Classics 2 CD ACO-CD 21108

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 11.05.09

Acousence Classics ACO-CD 21108

2 CD • 80min • 2008

Eine wirkliche Überraschung aus dem Kohlenpott – und dies mit slawischem Hintergrund! Dvoraks Klavierkonzert in g-Moll mit dem russischen, genauer: aus der Ukraine und da aus dem großstädtischen Klaviernest Odessa stammenden Pianisten Boris Bloch in einer spannenden, männlich-weiblich akzentuierten Live-Einspielung. Eine virtuose, aber auch, wenn nötig, nachdenkliche Interpretation, die ich bekannten Versionen (Richter – C. Kleiber, Firkusny etwa) nicht nur zur Seite stellen möchte, sondern gegenüber einigen anderen zu favorisieren wage. Diese Bemerkung gilt in erster Linie der für mein Empfinden pianistisch etwas blassen Aufnahme mit Pierre-Laurent Aimard, der mich – sofern er nicht Messiaen oder Stockhausen erklärt oder erklärend aufführt – mit Beethoven, Schumann und eben diesem Dvorák-Konzert enttäuschte.

Bloch packt dieses Klavierkonzert gleichsam bei den slawischen Hörnern, nennt die Themen kraftvoll beim Namen, scheut sich nicht, mit großem Einsatz in die schönen Turbulenzen der Partitur zu stürzen. Und dies in bemerkenswerter Zusammenarbeit mit dem Duisburger Orchester, dessen Chefdirigent Jonathan Darlington offenbar ein familiäres Verhältnis zu den böhmischen Schwingungen, also den (ungenannt) folkloristischen und landschaftlichen Bezügen dieser Konzert-Sinfonie gefunden hat. Nebenbei: es handelt sich, wie im CD-Motto versprochen, um eine Live-Aufnahme. Bewundernswert ist das Duisburger Publikum (im Gegensatz etwa zu den Salzburger Festspielen!): kein Husten, auch kein Applaus am Ende, schon gar nicht zu Beginn… Das lässt vermuten: „Living Concert Series“, wie die Publikationen überschrieben sind, wollen auch ein Studio-Erleben in Live-Qualität verschaffen. Der Begleittext bleibt in dieser Hinsicht etwas unklar – und ich erinnere mich an die „Living Stereo“-Aufnahmen des RCA-Labels aus den 50er- und frühen 60er-Jahren. „Living“, lebendig mithin als dehnbarer Begriff!

Boris Blochs angefügte Solo-Aufnahmen zeigen ihn als wissenden, in den Chopin-Impromptus herrisch zupackenden (op. 66!) Gestalter alles Wirbelnden und Kräftigen. Die weit über die Tastatur ausgestreuten Skalen des Impromptus op. 36 gemahnen – in Blochs glitzernd-souveräner Zeichnung – an eine Liszt-Etüde. Adam Harasiewicz hat das in früheren Zeiten eine Spur verhaltener, vielleicht auch kultivierter im Sinne konventionellen Chopin-Verständnisses angetönt, aber insgesamt – und die beiden Tschaikowsky-Raritäten eingeschlossen – zeigt sich hier der ehemalige Bashkirov-Schüler und Sieger des Busoni-Wettbewerbs 1978 als Interpret auf bestem physischen und darstellerischen Niveau.

Vergleichsaufnahmen: Dvorak: Richter – C. Kleiber (EMI), Firkusny – Behlolavek (Prag 14.5.1992 / VAI 4406), Firkusny – Somogy (MCA MCD 80098), Frantz – Bernstein (Sony SMK 61828), Aimard – Harnoncourt (Teldec 8573 87630-2), Giacometti – Tilkin (Channel classics CCS SA 17802), Kaik – Kout (Supraphon SU 3774-2); Chopin: Kempff (WDR Köln 1960 /Orfeo C 721072 I), De Maria (Decca 476 6371), Harasiewicz (Philips/Decca 442 8746); Tschaikowsky: Dumka op. 59 - Vinocour (MDG 904 1397-6), Jordan (Albany TROY 203), Korstick (Ars musici AM 1251-2), Hough (Hyperion CDA 67043). Tverskaya (Opus 111 OPS 30-304). Lang Lang (Telarc CD-80524), Yablonskaya (Naxos 8.553330), Horowitz ( RCA, Duo Art Nimbus 8811), Ashkenazy (Tschaikowsky-Wettbewerb 1962 /RCA /Melodia 33219-2)

Peter Cossé [11.05.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Dvořák Konzert g-Moll op. 33 für Klavier und Orchester 00:40:53
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Chopin Impromptu Nr. 1 As-Dur op. 29 00:04:33
2 Impromptu Nr. 2 Fis-Dur op. 36 00:05:59
3 Impromptu Nr. 3 Ges-Dur op. 51 00:05:25
4 Impromptu Nr. 4 cis-Moll op. 66 (Fantaisie-Impromptu) 00:05:23
5 P. Tschaikowsky Dumka c-Moll op. 59 (Russische Bauernszene) 00:09:38
6 Nathalie-Walzer op. 51 Nr. 4 00:03:10
7 Schneeflöckchen op. 12 (Nocturn aus der Schauspielmusik) 00:04:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Duisburger Philharmoniker Orchester
Jonathan Darlington Dirigent
 
ACO-CD 21108;4260017182113

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