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CD-Besprechung

The Auryn Series Vol. XVI

Johannes Brahms – Complete String Quartets

The Auryn Series Vol. XVI

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 5

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 20.03.09

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Tacet D 155

1 DVD-Audio • 1h 42min • 2007

Er kann’s nicht lassen: Auch in der sechzehnten Folge der Auryn-Serie kann der zu Recht hochgelobte Tonmeister Andreas Spreer der Versuchung nicht widerstehen, sich selbst als Interpret – sozusagen als fünftes Quartettmitglied – ins Geschehen einzubringen. Zwar sind seine Eingriffe hier nicht so krass wie etwa bei den Beethoven-Quartetten, wo das Ensemble schon einmal unversehens akustisch im Nebenraum verschwand, doch stellt sich auch hier die Frage, ob er den Auryns mit seinem „Real Surround Sound“-Verfahren einen Gefallen tut. Eine so vorzügliche Formation hat es wahrlich nicht nötig, dass sich ein Dolmetscher zwischen ihre musikalische Aussage und den Hörer stellt.

Die Geiger Mathias Lingenfelder und Jens Oppermann, der Bratscher Stewart Eaton und der Cellist Andreas Arndt bündeln hier gleichsam ihre langjährige Kammermusikerfahrung, um die vielschichtigen Meisterwerke zu einem von der ersten bis zur letzten Note fesselnden Hörerlebnis werden zulassen. Man weiß nicht, was man am meisten bewundern soll: Die Natürlichkeit, mit der Brahms‘ Rhetorik zum Sprechen gebracht wird, das Gleichgewicht zwischen lebendiger Empfindung und klarer Herausarbeitung der Strukturen, den souveränen Umgang mit dem Tempo, der den weiten Melodiebögen Raum zum Ausschwingen lässt, die Liebe zum Detail oder die zwingende Gesamtschau, die jeden Satz unter einen organisch sich entfaltenden Spannungsbogen stellt. Die Auryns schielen nicht – wie heute vielfach üblich – nach größtmöglichen Effekten, sondern musizieren auf dem Niveau höchster Integrität, getragen von einer ganz außerordentlichen Identifikation mit der Brahms‘schen Ausdruckswelt.

Darüber hinaus vermittelt es keine neuen musikalischen Erkenntnisse, wenn der Hörer durch die Surround-Technik mitten im Quartett zu sitzen kommt oder seine Aufmerksamkeit durch die Anordnung der Musiker im virtuellen Raum einseitig auf ein Instrument gelenkt wird. Gleichzeitig fördert das füllige Klangbild keineswegs die kammermusikalische Durchhörbarkeit. Eine möglichst natürliche Abbildung des Klangs, den die vier Musiker mit ihren Instrumenten erzeugen, ist bei diesem Verfahren kaum gegeben und wohl auch nicht beabsichtigt. Einen Vorteil bietet die (nicht auf normalen CD-Anlagen abspielbare) Audio-DVD immerhin: Alle drei Quartette passen nun auf eine Scheibe. Davon abgesehen sollte der an der Musik Interessierte lieber zu der klanglich ausgezeichneten Stereo-Version auf zwei CDs greifen und die DVD jenen überlassen, die nach klanglichen Sensationen für ihre Surround-Anlage im Auto suchen, wo das Produkt nach Herstellerangaben optimal zur Geltung kommt.

Sixtus König † [20.03.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 51 Nr. 1 00:32:22
5 Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51 Nr. 2 00:34:04
9 Streichquartett Nr. 3 B-Dur op. 67 00:35:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Auryn Quartett Ensemble
 
D 155;4009850015536

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