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CD-Besprechung

A. Rosetti

cpo 2 CD 777 254-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 24.12.08

cpo 777 254-2

2 CD • 1h 45min • 2006

Anton Rösler, um 1750 im böhmischen Leitmeritz geboren, nannte sich sein ganzes Leben nicht anders als Antonio Rosetti, und unter diesem Namen ist er auch in die Musikgeschichte eingegangen. Als junger Mann von 23 Jahren trat er in die Dienste des Fürsten von Öttingen-Wallerstein, dessen Hofkapelle im späten 18. Jahrhundert einigen Ruf genoss. Zunächst als Diener und Kontrabassist angestellt, avancierte Rosetti bald zu höheren Tätigkeiten. 1871 ging er nach Paris, um dort mit seinen Kompositionen Erfolge zu feiern, kehrte aber schon ein Jahr später nach Wallerstein zurück und beerbte 1785 Anton Reicha als fürstlicher Hofkapellmeister nach dessen Fortgang aus Öttingen-Wallerstein.

1789 suchte Rosetti sein Glück auch fern vom schwäbischen Kleinfürstentum und ging als Hofkapellmeister des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin an den Hof von Ludwigslust. Lange war seines Wirkens hier nicht, bereits am 30. Juni 1792 ist Antonio Rosetti gestorben.

Rosetti stand am Beginn einer glänzenden internationalen Laufbahn, seine Musik war in Deutschland weit verbreitet und hatte auch in London seit 1786 das Publikum der großen Konzerte erobern können. 1792 berief König Friedrich Wilhelm II. von Preußen ihn nach Berlin, um dort sein Oratorium Jesus in Gethsemane und seine Halleluja-Kantate aufzuführen – ein Ereignis, zu dem sämtliche protestantischen Prediger der preußischen Hauptstadt geladen waren. Die erstklassig besetzte Aufführung wurde zu einem letzten großen Erfolg für den damals schon schwerkranken Komponisten, der nur wenige Monate später „an der Entkräftung“ in Ludwigslust starb. Der englische Musikschriftsteller Charles Burney stellte Rosetti in eine Reihe mit Mozart und Haydn, und seit das Concerto Köln seinem sinfonischem Schaffen in den 1990er Jahren zwei CDs widmete, ist er Liebhabern der Alten Musik auch heutzutage wieder als vorzüglicher Komponist ein Begriff.

Die Werke der vorliegenden Einspielung können dieses Urteil nur bestätigen: Das Oratorium Jesus in Gethsemane, die großangelegte Kantate Halleluja und die vier Vertonungen des Salve Regina (schließlich war Rosetti getaufter Katholik) sind Meisterwerke auf der Höhe ihrer Zeit – wobei das Passionsoratorium deutlich vom empfindsamen Stil Carl Philip Emmanuel Bachs beeinflusst ist, während das Halleluja und die vier ariosen Salve Regina auch mit ausgesprochen virtuosen Elementen brillieren.

Ließ von den vier Vokalsolisten besonders die Sopranistin Gabriele Hierdeis im Passionsoratorium befürchten, sie werde den virtuosen Anforderungen in den übrigen Werken nicht gewachsen sein, zeigt sie sich jedoch hier gewandter als in der mehr auf Sentiment und Kantabilität ausgelegten Partie in Jesus in Gethsemane. Die übrigen Solisten, der NDR Chor und das Orchester gefallen besser, so dass insgesamt dieser Veröffentlichung ein hohes Interesse für alle bescheinigt werden kann, die einen vorzüglichen und ausgesprochen individuellen Komponisten der letzten Jahre kennen lernen wollen, bevor der Sturm der napoleonischen Armeen das Alte Europa für immer umgestalten sollte.

Detmar Huchting [24.12.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Rosetti Jesus in Gethsemane Murray G2 (Oratorium) 00:49:20
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Halleluja Murray G7 (Kantate) 00:38:58
18 Salve Regina A-Dur Murray F88 (Arie) 00:03:45
19 Salve Regina G-Dur Murray F87 (Arie) 00:06:29
20 Salve Regina B-Dur Murray F89 (Arie) 00:03:13
21 Salve Regina Es-Dur Murray F86 (Arie) 00:03:38

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gabriele Hierdeis Sopran
Ruth Sandhoff Alt
Jan Kobow Tenor
Thomas E. Bauer Bariton
NDR Chor Chor
Mecklenburgisches Barockorchester "Herzogliche Hofkapelle" Orchester
Johannes Moesus Dirigent
 
777 254-2;0761203725427

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