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CD-Besprechung

R. Strauss

OehmsClassics 1 CD/SACD OC 631

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 13.11.08

OehmsClassics OC 631

1 CD/SACD • 40min • 2007, 2008

Die Idee, die Tondichtung Don Juan, den Geniestreich des vierundzwanzigjährigen Richard Strauss, mit der zwei Jahre früher komponierten Sinfonischen Fantasie Aus Italien zu koppeln, ist äußerst reizvoll – zum einen, weil das ältere Werk bisher im Konzertsaal wie auf Tonträgern in unverdientem Maße vernachlässigt wird, zum anderen, weil die Gegenüberstellung den Schritt vom genialischen Suchenden zum souveränen Meister dokumentiert.

Aus Italien ist Strauss‘ erstes programmusikalisches Werk, wenngleich noch in klassischer Satzeinteilung. Frei nach Beethoven gibt das Werk „Empfindungen beim Anblick der herrlichen Naturschönheiten, nicht Beschreibung derselben“ wieder. Strauss hat das Programm in der Allgemeinen Musikzeitung eingehend erläutert – den Anblick der weiten römischen Campagna im ersten Satz, die phantastischen Bilder verschwundener Herrlichkeit, die den Komponisten des scherzoartigen zweiten Satzes in den Ruinen Roms heimsuchen, die feinen Naturstimmen und das ferne Rauschen des Meeres am Strande von Sorrent und den tollen Orchesterspuk mit „Funiculi, funicula“ des Neapolitanischen Volkslebens. Manches in der Motivbildung, vor allem aber die reiche, vielfarbige Orchestrierung des dritten Satzes weist schon auf den späteren Strauss hin.

Leider besitzt der Dirigent Bertrand de Billy wenig Sinn für die antagonistischen Strömungen, aus denen Strauss‘ Musik ihre Spannung bezieht. Don Juan wird bei ihm in weniger als 16 Minuten durchgezogen – das Porträt eines hastigen Draufgängers ohne Raffinesse, der nur eine Richtung kennt: vorwärts. Auch die italienischen Reiseeindrücke ziehen in Bausch und Bogen vorbei, ohne sich mit poetischen Feinheiten aufzuhalten. Der Wahrnehmbarkeit von Details ist diese Herangehensweise nicht zuträglich, worin sie mit der Aufnahmetechnik konform geht, die auf kompakten Breitwandsound setzt. Das Orchester kann unter diesen Bedingungen kaum unter Beweis stellen, dass es neben Schlagkraft über andere, differenziertere Qualitäten verfügt. Insgesamt also keine überwältigende Bereicherung der Strauss-Diskographie.

Sixtus König † [13.11.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Don Juan op. 20 (Tondichtung nach Nikolaus Lenau) 00:15:42
2 Aus Italien G-Dur op. 16 (Sinfonische Fantasie) 00:40:15

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Radio-Symphonieorchester Wien Orchester
Bertrand de Billy Dirigent
 
OC 631;4260034866317

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