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CD-Besprechung

Richard Strauss

Violin Concerto • Aus Italien

Richard Strauss

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 26.12.17

cpo 555 126-2

1 CD • 76min • 2016

Das Cover dieser Produktion gehört zu den Raritäten des cpo-Katalogs, denn an Stelle eines Stillebens, einer Landschaft oder einer gut gewählten Abstraktion sehen wir Markus Poschner, den Chef des Orchestra della Svizzera italiana, in einer nahezu mephistophelischen Positur, die zwar mit vieler Überlegung abgelichtet, nicht aber dem Inhalt des Album angemessen wurde: Das hätte sich der Künstler für den Hexensabbath der Symphonie fantastique, für Robert le Diable oder die Orchesterfassung der Teufelstrillersonate vorbehalten sollen. Als optischer Einstieg in die hier versammelten Juvenilia des Herrn Richard Strauss scheint mir die Pose keinesfalls geeignet – und das desto weniger, als die Wiedergabe sowohl des Violinkonzertes op. 8 als auch der vierteiligen Suite Aus Italien op. 16 so gar nichts Dämonisches verrät.

Das irgendwo zwischen Robert Schumann und Felix Mendelssohn angesiedelte Konzert des seinerzeit achtzehnjährigen Strauss und die vier stimmungsvollen Ansichtskarten von der obligatorischen Bildungsreise des Zweiundzwanzigjährigen sind erfreuliche, mehr oder minder einprägsame Erscheinungen, an denen sich die Persönlichkeit und das spezielle Talent ihres Verfassers bis hin zu einem speziellen Humor und ausgeprägten Sinn fürs Kommerzielle ablesen läßt. Bemerkenswerterweise ist Markus Poschner, so sehr er sich vorderseitig inszeniert hat, mit der Musik durchaus adäquat verfahren. Er nimmt die traditionserprobten Gesten des Opus 8 ernst genug, um während der gut halbstündigen Spieldauer das Interesse und Vergnügen der Hörenden wach zu halten, und er hat in Robert Kowalski einen Solisten, der seinerseits nicht zu dick aufträgt, sondern seinen Part mit eleganter, leichtfüßig schlanker Grundhaltung in den gesamten Verlauf integriert, ohne dass der blühenden Lyrik, derer Strauss ja immer fähig ist, ein Nachteil entstände oder die entzückenden Kapriolen des letzten Satzes ihre muskulöse Sprungkraft einbüßten. Im Opus 16 dominiert demgegenüber die schwelgerische Freude am schönen Klang, an den wundersamen harmonischen Wendungen, an den „Impressionen“, die, ihrer Köstlichkeit entsprechend, mit viel Fingerspitzengefühl ausgekostet werden und doch weder formal noch geschmacklich aus dem Leim gehen – nicht einmal im abschließenden „Funiculi, funicula“, das auf Grund seiner etwas gewaltsamen Machart grundsätzlich zu plakativen Aktionen einlädt.

Rasmus van Rijn [26.12.2017]

ClavierTage Göttingen

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Violinkonzert d-Moll op. 8 00:31:19
4 Aus Italien G-Dur op. 16 (Sinfonische Fantasie) 00:44:37

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Robert Kowalski Violine
Orchestra della Svizzera Italiana Orchester
Markus Poschner Dirigent
 
555 126-2;0761203512621

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