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CD-Besprechung

Felix Weingartner

String Quartets Vol. 1

cpo 777 251-2

1 CD • 69min • 2006

17.07.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Im Rahmen der diskografischen Erschließung des Œuvres von Felix Weingartner nimmt cpo nach den Orchesterwerken die Streichquartette in Angriff – sehr zu Recht, denn so wie als Dirigent war Weingartner als Komponist ein Künstler von Autorität, Geschmack und hohem Können. Ihn als Wagner-Epigonen abzuqualifizieren, wie es die Musikgeschichtsschreibung eine Zeit lang tat, erscheint angesichts der bisher wiederbelebten Werke unhaltbar, und auch die hier erstmals eingespielten Kammermusikwerke beweisen schlagend das Gegenteil. Weingartners Musik speist sich – wie sollte es anders sein – aus vielerlei Quellen, aber sie gehorcht in erster Linie dem Einfallsreichtum und der schöpferischen Kraft ihres Autors.

Das erste Quartett in d-Moll, das Weingartner fünfunddreißgjährig im Sommer 1898 schrieb, ist ein Werk von geradezu sinfonischen Ausmaßen. Eine durch persönliche Erlebnisse ausgelöste schwermütige Stimmung beherrscht vor allem den Kopfsatz, nimmt auch Einfluss auf das wechselvolle Adagio und das stark chromatische Scherzo und macht erst in den Variationen mit Fuge des ausgedehnten Schluss-Satzes einer abgeklärteren, freundlicheren Haltung Platz. Durchgearbeitet – mit Reverenz an Schubert und Beethoven – ist dies alles meisterhaft, dazu mit einer sicheren Hand gesetzt, die üppige orchestrale Wirkungen ebenso treffsicher erzielt wie feine kammermusikalische Reize.

Weite emotionale Räume durchmisst auch das dritte Quartett aus dem Jahr 1903, Weingartners zweiter Ehefrau Feodora gewidmet, aus deren Name sich nach Schumann´scher Weise das Kopfmotiv herleitet. Friedlich-pastorale Assoziationen, die die Tonartbezeichnung F-Dur wecken könnte, sind trügerisch: Auch hier handelt es sich um ein hochdramatisches Werk mit ausgeprägt düsteren Seiten, in ausgesprochen originelle dreisätzige Form gebracht.

Mit dem schweizerischen Sarastro Quartett, das 1994 von Mitgliedern des Musikkollegiums Winterthur gegründet wurde, hat cpo ein ausgesprochen kompetentes Ensemble mit diesem Projekt betraut – eine Wahl, wie sie besser nicht getroffen werden konnte. Die Geiger Ralph Orendain und Roman Conrad, die Bratscherin Hanna Werner-Helfenstein und der Cellist Stefan Bracher verfügen über eminenten Klangsinn, sicheres Formgefühl und die Fähigkeit, Weingartners musikalische Mitteilungen in jedem Moment überzeugend und spannend an den Hörer zu bringen. Die Aufnahmetechnik steht dem vorbildlichen Spiel in nichts nach.

Sixtus König † [17.07.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Weingartner
1Streichquartett Nr. 1 d-Moll op. 24 00:37:45
5Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 34 00:30:48

Interpreten der Einspielung

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