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CD-Besprechung

Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias op. 70 für Soli, Chor und Orchester (Oratorium nach den Worten des Alten Testaments)

Carus 2 CD 83.215

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.05.08

Carus 83.215

2 CD • 2h 09min • 2007

Auf die Meriten der inzwischen sieben Folgen umfassenden Serie von Aufnahmen mit Kirchenwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Carus ist verschiedentlich hingewiesen worden. Frieder Bernius hat da mit seinem Kammerchor Stuttgart eine ganze Reihe von zu Unrecht vergessenen Kantaten und geistlichen Stücken durch gewissenhafte Aufführungen wieder ins Blickfeld gerückt und, so möchte man hoffen, für die Praxis zurückgewonnen. Bei Mendelssohns letztem Oratorium (die Vollendung eines geplanten Christus-Oratoriums vereitelte Mendelssohns Tod im Alter von nur 38 Jahren) liegen die Dinge anders. In England hat der Elias seit seiner umjubelten Uraufführung 1846 in Birmingham – trotz gewisser Sticheleien von G. B. Shaw – seinen festen Platz in der Oratorien-Literatur, und in Deutschland hat sich – nach der Zeit antisemitischer Unterdrückung – das Werk in den letzten vier Jahrzehnten zu einem Eckpfeiler des Chor-Repertoires entwickelt.

Entsprechend gibt es inzwischen auch eine ganze Reihe von Aufnahmen, sowohl auf Englisch wie auch in der deutschen Originalfassung, an denen die Neueinspielung zu messen ist. Und da werden die (zugegebenermaßen hochgespannten) Erwartungen doch nicht so ganz erfüllt. Trotz relativ kleiner Besetzung wird die Partitur nicht wirklich durchleuchtet. Vielmehr bevorzugt Bernius einen klangvollen al-fresco-Stil, der sich wenig um das Herausarbeiten von Stimmverläufen, das Hörbarmachen von Binnenstrukturen oder selbst Textverständlichkeit bemüht. Das Orchester befleißigt sich zwar historisierender Spielweise, klingt aber doch mehr kompakt als transparent und schiebt sich immer wieder (wie beispielsweise in der von Renée Morloc mit weichem Alt gesungenen Engel-Arie „Sei stille dem Herrn“) ungebührlich vor die Sänger. Michael Volle verkörpert einen wohltönenden, markigen Propheten von schier unbegrenzten stimmlichen Reserven, der jedoch ein wenig der Zwischentöne entbehrt, die man etwa in Christian Gerhahers Gestaltung der Elias-Partie findet (in der feinsinnigen Leipziger Aufführung unter Blomstedt, zu der Bernius’ effektbetonte Lesart insgesamt den Gegenpol bildet). Tenor Werner Güra und Sopranistin Letizia Scherrer gestalten ihre Partien mit Leidenschaft, wobei die lyrischen Momente etwas zurücktreten. Zu den Aktivposten der Neueinspielung gehören die wunderbar austarierten Ensemblesätze, die von exzellenten Chorsolisten (allen voran der glockenreine Sopran von Ute Schulze) gesungen werden, so dass sich insgesamt der Eindruck einer durchaus erfreulichen, aber nicht überragenden Produktion ergibt.

Sixtus König † [07.05.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Elias op. 70 für Soli, Chor und Orchester (Oratorium nach den Worten des Alten Testaments)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Letizia Scherrer Sopran
Renée Morloc Alt
Werner Güra Tenor
Michael Volle Bass
Kammerchor Stuttgart Chor
Klassische Philharmonie Stuttgart Orchester
Frieder Bernius Dirigent
 
83.215;4009350832152

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