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CD-Besprechung

Siegmund von Hausegger: Natursymphonie (für großes Orchester und Schlußchor)

cpo 1 CD 777 237-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 23.04.08

Klassik Heute
Empfehlung

cpo 777 237-2

1 CD • 56min • 2005, 2006

Den Namen Siegmund von Hauseggers kennt man bestenfalls noch aus den Annalen der Münchner Philharmoniker, wo der 1872 in Graz Geborene von 1920 bis 1938 als Generalmusikdirektor tätig war und die erste kommerzielle Einspielung der 9. Bruckner-Sinfonie dirigierte. Vorher wirkte er als Chefdirigent in Hamburg und Berlin, in Müünchen bekleidete er außerdem den Posten des Präsidenten der Akademie der Tonkunst. Als Komponist ist Hausegger völlig in Vergessenheit geraten – was einerseits mit seinem auf der neudeutschen Schule fußenden Kompositionsstil, andererseits auch mit seiner mangelnden Distanz zur nationalsozialistischen Kulturpolitik zusammenhängen mag. Dabei begann sein kompositorisches Schaffen bereits vor der Jahrhundertwende mit zwei Opern, erreichte mit fünf bedeutenden Orchesterwerken, die zwischen 1897 und 1917 entstanden, seinen Höhepunkt und nahm dann in gleichem Maße ab, wie Hauseggers dirigentische und administrative Pflichten zunahmen. In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts, nach Hauseggers Tod 1948, wurde dann von seinen Werken keinerlei Notiz mehr genommen. Also ein Fall für das Label cpo – und das beginnt seine Wiederentdeckung des Komponisten gleich mit dem dicksten Brocken, der 1911 vollendeten Natursymphonie, die allein schon wegen ihrer riesigen spätromantischen Orchesterbesetzung zuzüglich Orgel und Chor aufführungstechnisch beträchtliche Anforderungen stellt. Die Mühen haben sich gelohnt: Hier wurde ein kolossales Werk von großer Originalität und Suggestionskraft wieder zum Leben erweckt. Man darf sich durch den Titel nicht täuschen lassen – mit folkloristischer Idylle hat diese Natursymphonie nichts zu tun. In drei gewaltigen Sätzen wird hier der Natur als Ausdruck ewiger Schöpferkraft gehuldigt, Werden und Vergehen in dramatischer Entwicklung, gipfelnd im sieghaften Hymnus nach einem Goethe-Text. Ebenso entbehrt die Faktur jeder Naivität. Obwohl aus tiefster Empfindung gespeist ist Hauseggers Musik sorgfältig durchkonstruiert, das vielfältige Material aus einer thematischen Keimzelle hergeleitet. Am stärksten in der Erinnerung haften bleibt der zentrale, fast zwanzigminütige Trauermarsch, ein Klagegesang von seltener Suggestionskraft. Die vortrefflichen Kräfte des WDR Köln unter dem Finnen Rasilainen, dessen Stärken zweifellos bei großflächigen Orchester-Tableaus liegen, bringen das Ganze eindrucksvoll zur Geltung, und die Technik hat hervorragende Arbeit geleistet, um die vielschichtige Partitur gleichermaßen durchsichtig und klangmächtig abzubilden.

Sixtus König † [23.04.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. von Hausegger Natursymphonie (für großes Orchester und Schlußchor)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
WDR Rundfunkchor Köln Chor
WDR Sinfonieorchester Köln Orchester
Ari Rasilainen Dirigent
 
777 237-2;0761203723720

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