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CD-Besprechung

Duo D'Accord
Works for Piano Duo

Duo D’Accord<br />Works for Piano Duo

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 17.01.08

OehmsClassics OC 704

1 CD • 64min • 2006

Eine auf Schallplatten (von der LP bis zur CD) seltene Konstellation! Das (Klavier-)Duo d’Accord mit Lucia Huang und Sebastian Euler zeigt, ja wagt sich mit einem Werk an die nicht nur lauschende, sondern auch investierende Öffentlichkeit, das ihre Lehrer bereits zweimal eingespielt haben. Messiaens musikalisches Glaubens- und Kunstbekenntnis, der Zyklus Visions de l’amen aus dem Jahr 1943 (nicht wie auf dem Cover angegeben 1934!), liegt mit Karl-Hermann Mrongovius und Begoña Uriarte in zwei Versionen vor, wobei die zweite für das Label Wergo im Kreis der weiter unten genannten (und auch der hier nicht angeführten) Konkurrenzversionen für meine Begriffe den ersten Rang einnimmt. Jahrelange Beschäftigung, kritisches Hinterfragen des einmal Erarbeiteten, ungetrübte Freude am Erneuern des Erprobten – dies wären in Kürze die Vorzüge eines Duos, das unlängst erst mit einer Brahms/Schumann-CD (Arts 47597-2) seinen Rücktritt von allen medialen Verpflichtungen und Verlockungen bekannt gegeben hat.

Die beiden Schüler haben sich unter dem offenen Decknamen Duo d’Accord längst von ihren pädagogischen Mentoren frei gespielt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie auch zu den sieben „Amen“ des ebenso schwärmerischen wie triebkräftigen Messiaen-Zyklus’ einen eigenen Zugang entwickelt haben. Mit den Duo-„Eltern“ Uriarte-Mrongovius gemein haben sie das genaue Lesen und Umsetzen der von Messiaen verfügten Ideen. Dies im Gegensatz vor allem zur Aufnahme mit Martha Argerich und Alexandre Rabinovich, die – bei aller momentan überzeugenden Aufgeregtheit und Oberflächenbrillanz – doch nach eingehender „Lektüre“ einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt. Lucia Huang und Sebastian Euler gelingt es, Gottesfürchtigkeit, Messiaens Blick über den Erdenrand hinaus, die Naivität von Kreatürlichkeit, aber auch das (im besten Sinne) Künstliche dieser Rundreise durch und über den erlebbaren Kosmos hinaus auf plastische Weise, dabei in jeder Phase nachprüfbar, auszugestalten. Solche Meriten sind eine günstige Grundlage, um sich durch das heiße, ausgetrocknete, akustische „Death Valley“ von Beethovens „Großer Fuge“ zu kämpfen. Während die Konkurrenten (s. u.) schwitzen oder schier ersterben unter der Last der knorrigen, knarrenden Geisteslast, gelingt es dem akkordischen Duo, ein gewisses Maß an Selbstverständlichkeit, an klanglicher, melodischer Umgänglichkeit in dem polyphonen Verwirrspiel einzufangen. Eine bemerkenswerte Leistung!

Vergleichsaufnahmen: Messiaen: Uriarte – Mrongovius (BASF, Wergo 6227-2), Grau – Schumacher (col legno WWE 20105), Osborne –Roscoe (Hyperion CDA 67366), Rabinovich – Argerich (EMI 567-754050-2), Duo Labèque (Teldec 2292 45 505-2), Lonskov, Llambias (FMS KP 32031); Beethoven: Demus – Shetler (DG 453 733-2), Pagny – Arciuli (Stradivarius 33464), Grau – Schumacher (col legno WWE20108)

Peter Cossé [17.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 O. Messiaen Visions de l'Amen für 2 Klaviere 00:49:29
8 L.v. Beethoven Große Fuge B-Dur op. 134 00:14:09

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Duo d'Accord Klavier zu vier Händen
 
OC 704;4260034867048

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