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CD-Besprechung

Charles Koechlin

"... des jardins enchantes..." Klavierwerke Vol. 1

Charles Koechlin

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.10.08

Klassik Heute
Empfehlung

SWRmusic 93.220

1 CD • 76min • 2007

Ich zögere nicht, diesen Erstaufnahmen von Miniaturen des 1867 in Paris geborenen Komponisten Charles Koechlin eine Vorreiterrolle auf dem Weg ins zukünftige Konzertrepertoire beizumessen. Dieses in Aussicht gestellte Verdienst kommt zwei Persönlichkeiten des einstigen und des gegenwärtigen Musiklebens zu: zum einen dem Verfasser von herbstlichen, zierlichen, rede- und sangesgewandten, fast durchwegs ruhigen, besinnlich-glühenden Klavierminiaturen in schier duftenden, atmenden, sprechenden, scherzenden und melancholischen Verwandlungen, zum anderen dem Pianisten Michael Korstick, der hier in jeder Sekunde, ja in jeder Zehntelsekunde bezeugt, wie innig er sich diesen bildhaften, pastellenen, aquarellenen Miniaturen gewidmet hat. Wie so vielen Musikinteressierten begegnete ihm das Schaffen Koechlins gleichsam am Rande eines Konzerterlebens. Günter Wand dirigierte 1973 Koechlins Orchesterstück Bandar-log. Im Programm der Generalprobe spielte Henryk Szeryng das Brahms-Konzert. Michael Korstick schreibt im Beiheft dieser CD: „War ich zwar gekommen, um meinen damaligen Lieblingsgeiger Henryk Szeryng mit dem Brahms-Konzert zu hören, so weckte die gänzlich eigenständige Musiksprache Koechlins doch sofort mein Interesse; da zu dieser Zeit jedoch der Bielefelder-Katalog außer jenem ‚Bandar-log’ kein einziges Werk von Koechlin verzeichnete, blieb mir über Jahrzehnte lediglich das (von Wand dem Orchester gezeigte) Bild des klugen alten Mannes mit dem imposanten schlohweißen Bart im Gedächtnis.“

Von der Sony-CD des Klavierduos Tal-Groethuysen mit Werken von Koechlin angeregt, wandte sich Korstick an das „Archiv Charles Koechlin“ – mit schier sensationellem Erfolg, wie die hier vorliegende erste Folge einer umfassenden, vielleicht auch auf Gesamtheit abzielenden Aufnahmeserie.

Michael Korstick gelingt es, die gezügelte Beschreibungswut Koechlins in verständlichen Klang- und Worttönen gleichsam abzubilden, gelegentlich – wenn man sich die programmatischen Titel vor Ohren hält – sogar abzupausen. Von den zuweilen enormen technischen Unbequemlichkeiten dieser leichten Stücke ist nichts zu bemerken. Alles kommt und geht wie tatsächlich auf Flügeln eines nonverbalen Gesanges, führt in die Geheimnisse des Menschlichen, in die Winkel und Ecken geliebter Landschaften, verrät tänzerische Vorlieben und im Kleinen und Ganzen Koechlins Noblesse und Bescheidenheit, was den wenig ausgeprägten Drang anbetrifft, sich seinerzeit als Autor in erster Reihe in Position zu bringen. Nun ist seine Zeit gekommen – und Korsticks erste Aufnahme erklingt in diesem Sinne als Einladung, sich nicht nur auf diese zeitlos vibrierende, visionär konservative Musik einzulassen, sondern sich von ihr für eine schöne Weile tragen und umschmeicheln zu lassen.

Peter Cossé † [24.10.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Ch. Koechlin Andante quasi adagio (Erste Fassung von Au loin op. 20,11, 1895) 00:07:26
2 Sonatine op. 87 Nr. 1 00:04:15
6 L' Album de Lilian op. 139 (Band 1) 00:02:48
9 Sonatine op. 87 Nr. 2 00:07:08
13 Paysages et marines op. 63 für Klavier 00:27:17
25 Sonatine op. 87 Nr. 3 00:07:48
28 L' Album de Lilian op. 149 (Band 2, 1935) 00:12:51
31 Sonatine op. 87 Nr. 4 00:06:54

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Michael Korstick Klavier
 
93.220;4010276020523

Bezug über Direktlink

 

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