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CD-Besprechung

Domenico Scarlatti Sonatas for harpsichord

Domenico Scarlatti<br />Sonatas for harpsichord

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 30.10.07

Accent ACC 24189

1 CD • 65min • 2006

Domenico Scarlatti, Jahrgangsgenosse von Bach und Händel, hat ein wesentlich differenziertes Œuvre hinterlassen als die Reduzierung des Komponisten auf seine etwa 600 Cembalosonaten vermuten lässt. Doch gerade dieses Riesenkorpus von Miniaturen (selten einmal sprengt eine Komposition die Fünf-Minuten-Grenze) weist seinen Komponisten als ein Genie der prägnanten Idee aus, das in der Musikgeschichte seinesgleichen sucht. Essercizi, also „Übungen“ nannte Scarlatti selbst die Stücke, die heute als Sonaten bezeichnet werden. Domenico Scarlatti, Sohn eines der berühmtesten Opernkomponisten seiner Zeit, war Musiklehrer der portugiesischen Infantin Maria Barbara von Bragança, die er ins Nachbarland begleitete, als sie 1729 den spanischen Thronfolger heiratete.

Domenico Scarlattis Einordnung in das musikgeschichtliche Epochenschema fällt schwer: Anders als bei Bach und Händel lässt er sich nicht leicht als Meister des Spätbarock klassifizieren, seine Musik hat schon zuviel gemein mit dem Aufbruch der Generation der Bach-Söhne, und zuviel verdankt sie dem musikalischen Umfeld. Das spanische Kolorit färbt seine Musik sehr viel stärker als beispielsweise das polnische Telemanns Schaffen, auch wenn es bis ins Spätwerk seiner letzten Hamburger Jahre spürbar bleibt. Scarlattis Sonaten schmecken nach Spanien, und es wäre billig, nur den Flamenco als Assoziation zu benennen. Die faszinierende Mischung von Gravität und Ausgelassenheit, die Spaniens Kultur seit der Begründung des Reiches, „in dem die Sonne nicht untergeht“, kennzeichnet, verleiht auch Scarlattis musikalischem Kaleidoskop den Reichtum und Glanz der Farben.

Ewald Demeyre zeigt als Flame und Bewohner der ehemaligen „spanischen Niederlande“ untrüglichen Sinn für dieses musikalisch-kulturelle Abenteuer – unter seinen Händen erblühen Scarlattis Essercizi zu Skizzen, die an Schärfe dem Zeichenstift eines Goya würdig wären, doch mehr Grazie und tänzerische Anmut im Sinne haben als den erbarmungslos kritischen Blick, mit dem der geniale Maler die spanische Realität 50 Jahre später abbildete.

Detmar Huchting [30.10.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Scarlatti Sonate Es-Dur K 474 L 203 P 502 – Andante e cantabile 00:05:42
2 Klaviersonate Es-Dur K 193 L 142 00:04:08
3 Sonate f-Moll K 238 00:04:28
4 Sonate F-Dur K 239 00:03:29
5 Sonate F-Dur K 438 00:03:55
6 Sonate d-Moll K 396 00:04:10
7 Sonate C-Dur K 487 00:04:32
8 Sonate G-Dur K 424 00:03:30
9 Sonate G-Dur K 235 00:04:36
10 Sonate e-Moll K 198 00:03:42
11 Sonate e-Moll K 233 00:04:32
12 Sonate D-Dur K 436 00:02:57
13 Sonate fis-Moll K 447 00:03:24
14 Sonate fis-Moll K 448 00:03:33
15 Sonate A-Dur K 208 L 238 00:03:30
16 Sonate A-Dur K 209 00:04:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ewald Demeyere Cembalo
 
ACC 24189;4015023241893

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