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CD-Besprechung

Andreas-Silbermann-Orgel Ebersmünster

Andreas-Silbermann-Orgel Ebersmünster

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.06.07

OehmsClassics OC 553

1 CD • 61min • 2005

Diese Aufnahme bietet ein sehr schönes Porträt sowohl der bedeutenden Andreas-Silbermann-Orgel zu Ebersmünster, als auch das eines jungen Meisterorganisten; darüber hinaus aber auch das Bild einer ganzen Epoche in nuce. Denn Mario Hospach-Martini, ein Schüler Stefan Johannes Bleichers, Michael Kapsners und Nicolaus Harnoncourts, hat ein intelligentes, zwischen englischem, französischem und deutschem Barock-Repertoire changierendes Programm zusammengestellt, in welchem sich die einzelnen Musiknationen sehr beziehungsreich wechselseitig beleuchten. Zwar hat die große Debatte um die Verschiedenheit der Nationalstile, besonders zwischen Frankreich und Italien, erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts wirklich an Fahrt gewonnen. Die Unterschiede sind jedoch auch schon den einzelnen Werken des 17. und frühen 18. Jahrhunderts im Vergleich deutlich abzuhören, nicht zuletzt deshalb, weil Hospach-Martini sie mit einem schlafwandlerisch sicheren Stilbewußtsein interpretatorisch voneinander abhebt.

Dabei differenziert er zwischen den Landsmännern Henry Purcell und John Blow; während er Purcells auskomponierte Klangpracht durch recht monumentale Registrierungen unterstreicht, findet er überraschend sanfte Töne für Blows kleine Voluntary-Miniaturen. Die extrovertierteste Haltung zeigt er jedoch für den französischen Beitrag dieses Albums, den fünfteiligen Hymnus Veni Creator Spiritus von Nicolas de Grigny (1672–1703), und zwar sowohl in Bezug auf die helle, so klare wie distinkte Registrierung, als auch auf die verspielte, jedoch nie manieriert wirkende Verzierungspraxis. Ein wenig gewöhnungsbedürftig könnte allein die Disposition für Johann Sebastian Bachs große Choralbearbeitung An Wasserflüssen Babylons BWV 653 sein, für die vielleicht etwas zu starke und daher die Harmonik nicht wenig würzende, aber auch irritierende Mixturen, sowie ein leicht zu intensiver Tremolant gewählt wurden.

Gemeinsam ist den so reizvoll ausdifferenzierten, nationalstilistisch präzisen Interpretationen, daß Hospach-Martini stets mit Ruhe dem Puls der jeweiligen Stücke nachlauscht, aber nie die Gefahr der Statik streift, weil er stets einen sehr überzeugenden Durchzug durch die einzelnen Werkeinheiten erreicht, und viel auch an rhythmischer Energie freisetzen kann, ohne das instrumentale Belcanto zu vernachlässigen. So wird die prächtige Silbermann-Orgel, die zwischen 1997 und 1999 eine fachkundige Restaurierung erlebte, in der ganzen Vielfalt ihrer Facetten vorgestellt.

Dr. Michael B. Weiß [06.06.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Purcell Chacony in g 00:05:40
2 Ground in c 00:02:39
3 Ground in d 00:02:05
4 A new Ground in e 00:02:20
5 N. de Grigny Veni Creator Spiritus (Hymnus) 00:11:20
6 G. Böhm Freu dich sehr, o meine Seele (Choralpartita) 00:14:20
7 J. Blow Cornet Voluntary in d 00:05:37
8 Voluntary in A 00:02:57
9 Voluntary in D 00:02:27
10 J.S. Bach An Wasserflüssen Babylon BWV 653 (Choralbearbeitung) 00:05:24
11 Fantasie und Fuge (Fragment) c-Moll BWV 562 00:05:01

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Mario Hospach-Martini Orgel
 
OC 553;4260034865532

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