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CD-Besprechung

cpo 777 036-2

1 CD • 69min • 2004

20.03.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Daß die wenigen Klarinettenwerke des virtuosen Pianisten und Komponisten Ferdinand Ries zu dessen Lebzeiten (1784-1838) großen Anklang und eine nicht minder weite Verbreitung gefunden haben, lag damals in der Luft. Heute stehen sie im Schatten anderer Größen. Aber es war die Zeit glanzvoller Auftritte spieltechnisch äußerst versierter Musikartisten. Nach dem Abklingen dieser Mode konnte im Jahre 1866 der gefürchtete Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick zu Recht schimpfen: „Über die Zeit, wo diese Künstler scharenweise gereist kamen und Concerte auf ihrem langweiligen Einzelrohr abbliesen, sind wir hinüber“. In der Tat stehen die Beiträge von Ries am Anfang dieser Entwicklung, hier noch gepaart mit einer gewissen Klassizität. Dankbar und mit dem berechtigten Anspruch auf Beifall und Anerkennung haben sich der Klarinettist Dieter Klöcker und der Klaviervirtuose Thomas Duis dieser Beiträge angenommen. Ohnehin suchte man sie bisher vergeblich im CD-Katalog, mit Ausnahme einer einzigen Vergleichsaufnahme des Trios op. 28.

Wenn der Cellist Armin Fromm als letzter genannt wird, hängt dies nicht nur mit seiner Teilbeschäftigung (nur im Trio Track 1-4) zusammen, sondern auch mit der untergeordneten Rolle, die ihm der Komponist zugewiesen hat. Man spürt es aus allen Takten heraus: Ries legt es auf perlende Geläufigkeit an, frei nach Carl Czernys „Kunst der Fingerfertigkeit“, voran im Klavierpart und mit kaum weniger Noten, Figurationen und Spielornamenten in der Klarinettenstimme. Den vielen, vielen Noten entspricht eine ausufernde Länge der Sätze. Nachdem das Violoncello im Trio von derlei Figurations-Artistik verschont bleibt, bestätigt Armin Fromm mit der einzigen, herrlich vorgetragenen Solokantilene im langsamen Satz seinen Ruf als Meister und Könner seines Instrumentes.

Daß die beiden Solosonaten im Kontext dazu im ständigen Dialog zwischen Klavier und Klarinette miteinander wetteifern, wird jenseits ihrer relativ kurzen „Gesangsepisoden“ schnell deutlich. Beide Künstler gehen natürlich als Sieger hervor, während sich der Komponist und seine Zuhörer am Rande einer kritischen Arena wiederfinden. Vergleichsaufnahme: op. 28: Naxos 8.553389 (Grabinger, Demmler, Tillier).

Dr. Gerhard Pätzig [20.03.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ferdinand Ries
1Klarinettentrio op. 28
2Klarinettensonate op. 29
3Klarinettensonate op. 169

Interpreten der Einspielung

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