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CD-Besprechung

C.P.E. Bach.

The Sonatas for flute and b.c

C.P.E. Bach.

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 19.12.06

Accent ACC 24171

2 CD • 2h 26min • 2006

Lange haben Alte-Musik-Fans auf diese Aufnahme gewartet, die Gesamteinspielung der Traverso-Sonaten Carl Philipp Emanuel Bachs mit dem Grandseigneur der Traversflöte, Barthold Kuijken und seinem bewährten Begleiter Ewald Demeyere.

Die Entscheidung, die Sonaten ohne Streichbass, also nur mit Cembalo bzw. Hammerflügel einzuspielen, geht auf die Aussage des Komponisten selbst zurück, wonach die Sonaten „ganz allein auf dem Cembalo zu begleiten seien“. Auch wenn es das berühmte Gemälde Menzels suggerieren mag, es ist wenig wahrscheinlich, dass C.Ph.E. Bachs langjähriger Brotherr Friedrich der Große, der flötenbesessene Preußenherrscher, diese Sonaten gespielt hat. Allzu sehr stand sein Favorit Quantz in seiner musikalischen Gunst (was man nun wahrhaftig nicht als Minderung von dessen Musik auffassen möge!). Fast sein ganzes Leben lang haben C.Ph.E. Bach Flötensonaten beschäftigt, von der frühen, kühnen e-Moll-Sonate, die noch zu Studienzeiten in Frankfurt/Oder entstand, bis hin zum beeindruckenden Alterswerk der sog. „Hamburger Sonate“ von 1786, nur zwei Jahre vor dem Ableben des Komponisten geschrieben.

Kuijken und Demeyere gelingt eine grundsolide Deutung dieser großartigen Werke: Die Phrasierung entspricht meist der musikalischen Struktur, die Tempowahl trifft stets unbestechlich den Charakter der Sätze, Kuijkens Kadenzen überzeugen durch Stilsicherheit, die langsamen Sätze gelingen oft herrlich sprechend, und nicht zuletzt trägt Demeyeres überaus sorgfältiges, transparentes Continuospiel zum hervorragenden Eindruck der Aufnahme bei. Der Klang der Einspielung ist exzellent, das Beiheft bietet einen klugen, erhellenden Einführungstext des Solisten. Eine sehr sorgfältige Edition.

Einige Schwächen seien jedoch nicht verschwiegen: Ab und an leidet die Intonation in Kuijkens Spiel, etwa bei zu sehr forcierten Tönen oder bei Piano-Echos; für C. Ph. E. Bachs Musik sind mir die – auf der Traversföte durchaus darstellbaren – dynamischen Kontraste nicht stark genug; die Geschwindigkeit der Triller ist nicht immer dem Charakter der Musik entsprechend.

Dennoch eine Aufnahme, die Maßstäbe setzt und an der kein Alte-Musik-Freund vorbeikommen wird.

Heinz Braun [19.12.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.Ph.E. Bach Sonate G-Dur Wq 123 H 550
2 Sonate B-Dur Wq 125 H 552
3 Sonate G-Dur Wq 134 H 548
4 Sonate a-Moll Wq 128 H 555
5 Sonate D-Dur Wq 131 H 561
6 Sonate e-Moll Wq 124 H 551
7 Sonate D-Dur Wq 126 H 553
8 Sonate G-Dur Wq 127 H 554
9 Sonate D-Dur Wq 129 H 556
10 Sonate B-Dur Wq 130 H 560
11 Sonate G-Dur Wq 133 H 564 (Hamburger Sonate)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Barthold Kuijken Flöte
Ewald Demeyere Cembalo, Fortepiano
 
ACC 24171;4015023241718

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