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CD-Besprechung

Alina Kabanova

Piano Recital

Alina Kabanova

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 19.12.05

OehmsClassics OC 520

1 CD • 78min • 2005

Eine 25jährige Ukrainerin aus Sevastopol meldet sich mit einer Oehms-Debüt-CD pianistisch markant zu „Ton“ – mit einem anspruchsvollen, bunt, vielleicht etwas sorglos gemischten Programm – und im Begleitheft auch noch sehr sympathisch zu „Wort“. Die in Moskau von Vera Gornostayeva, später in Deutschland von Michael Keller, Gregor Weichert und Volker Banfield ausgebildete, im Verlauf der letzten zehn Jahre beruhigend mit Wettbewerbspreisen bedachte Musikerin bedankt sich im erwähnten Booklet-Vorspann nicht nur bei ihrem Schöpfer, nämlich „für Talent und unendliche Liebe zur Musik“, sondern auch bei „den fantastischsten und besten Menschen der Welt, den lieben Eltern“. Etwas von dieser Herzlichkeit und Dankbarkeit schwingt in Alina Kabanovas Spiel mit. Es pulsiert und wird durch ein drängendes Vorwärts geprägt, das sich nicht – wie so oft bei jungen Leuten unserer Tage – auf Schnelligkeit und dynamische Grenzwerte, sprich: Lautstärke einpegelt. So überzeugt die klare, überlegt eingefädelte Verlaufskurve in den Wechselfällen der Bach/Busoni-„Chaconne“, die Kollege Kissin vor nicht allzu langer Zeit in gefährliche Bereiche krachender, brutaler Athletik manövriert hat.

Mit schönem Ton wechselt Kabanova in die verhaltene Sanglichkeit des Moment musical Nr. 3 von Rachmaninoff, entwickelt im Folgenden (Nr. 4) genügend Fingerleidenschaft und in den Schumann-Etüden op. 13 ein gutes Maß an Charakterisierungslust und -vermögen, sodass man – unter Verzicht auf die „nachgelassenen“ Etüden – ein genaues Hörbild der notierten Sachlagen erhält (so zum Beispiel, wenn sie in der Etüde Nr. 8 wenigstens andeutungsweise zwischen den quasi-deklamatorischen kleinen Notenwerten unterscheidet).

Problematisch dünkt mir die Entscheidung, im ersten Satz von Beethovens c-Moll-Sonate die Wiederholung zu negieren. Da sollte man eine CD-Werkfolge lieber anders programmieren. Kabanova kann sich natürlich auf Glenn Gould berufen, aber es mangelt der Wiedergabe unter diesen Umständen einfach an Atem und Bedeutungsbalance im Hinblick auf den Arietta-Teil, der in dieser Aufnahme recht flott und damit sehr „diesseitig“ angegangen wirkt. Da mangelt es an Anschaulichkeit und mehr noch: an vorgelebter, durchlebter „Dauer“. In diesem Fall ist nach knapp 16 Minuten Schluss!

Peter Cossé † [19.12.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Chaconne (aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo BWV 1004)
2 S. Rachmaninow Moment musical h-Moll op. 16 Nr. 3
3 Moment musical e-Moll op. 16 Nr. 4
4 A. Rubinstein Etüde Nr. 2 op. 23
5 R. Schumann Sinfonische Etüden op. 13
6 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alina Kabanova Klavier
 
OC 520;4260034865204

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