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CD-Besprechung

Jacques Offenbach: Die Großherzogin von Gerolstein

Virgin 2 CD 7243 5 45734 2 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 05.12.05

Virgin 7243 5 45734 2 2

2 CD • 2h 24min • 2004

Wer Offenbachs Großherzogin von Gerolstein gut zu kennen glaubte, wird hier mit einem teilweise neuen Stück konfrontiert. Es handelt sich bei diesem Mitschnitt der letztjährigen Produktion im Pariser Châtelet nämlich um die Ersteinspielung der „Urfassung“, jener ersten Version, die bei der Uraufführung 1867 ein gespaltenes Echo fand und deshalb vom Komponisten, der ein kühler Theaterpraktiker und -pragmatiker war, für spätere Aufführungen kurzerhand überarbeitet und teilweise gekürzt wurde.

Im Rahmen seiner Offenbach-Edition hat Jean-Christophe Keck nun die Originalfassung rekonstruiert, und siehe da: sie zeigt sich den bei uns bis vor kurzem gebräuchlichen Versionen deutlich überlegen. Vor allem das großangelegte Finale des zweiten Aktes mit dem abschließenden Carillon der Großherzogin ist ein Gipfelpunkt in Offenbachs Oeuvre. Nicht weniger Spaß bereitet der „Choeur de la conjuration“ im dritten Akt, der die „Schwerterweihe“ aus Meyerbeers Hugenotten gekonnt persifliert. Der das letzte Bild einleitende (hier nun vollständige) „Galop“ dürfte, losgelöst von der Operette, auch als Konzertstück Furore machen.

In Paris fand sich das Erfolgsteam von La belle Hélène wieder zusammen und es enttäuscht die Hörer keineswegs. Das Orchesterspiel der Grenobler Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski ist mirakulös – da wird instrumentale Millimeterarbeit geleistet, ohne daß die musikantische Spontaneität darüber verloren ginge. Bei gleichzeitiger rhythmischer Schärfe wird mit äußerster Delikatesse und traumhafter Leichtigkeit gespielt, die Musiker heben gleichsam vom Boden ab.

Auch Felicity Lotts Großherzogin ist ein Ereignis. Eine Stimmschauspielerin erster Klasse, die für Lüsternheit, Standesdünkel, Eifersucht bis hin zur Raserei eine weite Palette aufbietet und dabei immer die ironische Distanz zur Figur wahrt. Wie sie als Engländerin die Nuancen des französischen Textes abschmeckt, ist ein Genuß für sich. Wie in der Helena stehen ihr der Tenor Yann Beuron (Fritz) und der Bariton Francois Le Roux (General Boum) als gut eingespielte Partner zur Seite. Sandrine Piau ist mit klarem Mozart-Sopran eine adäquate Wanda. Auf die DVD-Veröffentlichung darf man gespannt sein, da ein Werk wie dieses durch die Szene noch gewinnen kann und man in die Regie Laurent Pellys einige Hoffnungen setzen darf.

Ekkehard Pluta [05.12.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Offenbach Die Großherzogin von Gerolstein

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dame Felicity Lott La Grande-Duchesse
Sandrine Piau Wanda
Yann Beuron Fritz
Franck Leguérinel Le Baron Puck
Eric Huchet Le Prince Paul
François Le Roux Le Général Boum
Boris Grappe Le Baron Grog
Alain Gabriel Népomuc
Maryline Fallot Iza
Blandine Staskiewicz Olga
Jennifer Tani Charlotte
Aurelia Legay Amélie
Christophe Grapperon Le Notaire
Chœur des Musiciens du Louvre Chor
Les Musiciens du Louvre Greoble Ensemble
Marc Minkowski Dirigent
 
7243 5 45734 2 2;0724354573422

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