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CD-Besprechung

I. Strawinsky

Naxos 1 CD 8.557501

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.11.05

Naxos 8.557501

1 CD • 76min • 1995, 1997

Keine uneingeschränkte Freude macht diese neue Folge der Strawinsky-Einspielungen unter Robert Craft. Der 1995 aufgenommene und zuvor bereits einmal kurze Zeit bei Koch International Classics erhältliche Sacre ist eine typische Abbey-Road-Studio-Hightech-Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra, hinsichtlich der Farbigkeit obertonarm, metallisch-scharf im Blech, weitgehend matt in den hörbar manipulierten Holzbläsern, dann nachträglich klanglich aufgemotzt. Natürlich kommt das Top-Orchester technisch mit dem Werk bestens zurecht. Auch der Dirigent kennt seinen Stravinsky genau, und an seiner detailgetreuen, straffen Auslotung der vertrackten Partitur kann man seine Freude haben, zumal es im Back-Katalog etliche Aufnahmen großer Maestri gibt, die mit dem Notentext ausgeprochen schlampig umgehen. Doch fehlt es diesem Sacre an allen Ecken und Enden an Farben und Innenspannung. Die hört man am besten in der zwar leicht verrauschten, doch musikalisch unübertrefflichen Einspielung des SWR-Orchesters unter Ernest Bour (Astrée Auvidis, 4 CD E 7800) – eine Analog-Rundfunkproduktion aus dem legendären Rosbaud-Studio Baden-Baden, die für ihr Entstehungsjahr 1969 eine geradezu bestürzend natürliche Balance und plastische Räumlichkeit hat.

Ein Muß ist diese Naxos-Produktion dennoch – wegen des Opern-Einakters Die Nachtigall (nach Hans Christian Andersen), zu dessen Beginn deutlich hörbar der Anfang der berühmten Nocturnes von Debussy anklingt. Die sensualistische Klangsprache dieser in Russisch gesungenen französischen Oper scheint dem Dirigenten näher zu stehen: Selbstversunken und träumerisch entfaltet sich das Naturpoem vor dem Hörer; ich ziehe diese Aufnahme beiden Standard-Einspielungen unter Boulez und Stravinsky selbst vor, zumal auch die Solo-Partien bis in die letzte Nebenrolle wunderbar besetzt sind – allen voran Olga Trifonova mit ihrem innerlich weiten, doch klaren Sopran in der Titelrolle, Robert Tear (Tenor) als Fischer und Stephen Richardson (Bass) als Kämmerer. Das Philharmonia Orchestra spielt farbiger und weit stimmungsvoller als das LSO, und mit den von Terry Edwards einstudierten London Voices stand Craft ein vorzüglicher Chor zur Verfügung. Daher eine glatte 10 für die Oper, eine 6 für den Sacre (die 8 für die Interpretation versteht sich als Durchschnitt). Schade, daß das russische Libretto nur ins Englische und nicht auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Dr. Benjamin G. Cohrs [22.11.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Strawinsky The Rite of Spring
2 The Nightingale (Märchen in drei Akten nach Hans Christian Andersen)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Olga Trifonova Die Nachtigall - Sopran
Robert Tear Der Fischer - Tenor
Pippa Longworth Die Köchin, Küchenmagd für den Kaiser von China - Sopran
Paul Whelan Der Kaiser von China - Bariton
Stephen Richardson Der Kämmerer - Baß
Andrew Greenan Der Bonze - Bariton
Sally Burgess Tod - Alt
London Symphony Orchestra Orchester
Philharmonia Orchestra London Orchester
Robert Craft Dirigent
 
8.557501;0747313250127

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