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CD-Besprechung

cpo 777 062-2

1 CD • 71min • 1999, 2003

26.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Aufgepasst: Bei dem Komponisten handelt es sich nicht um den Neutöner Philipp Glass, sondern um den dänischen Spätromantiker Louis Glass (1864-1936), der sowohl progressive Sinfonien als auch hochkarätige Kammermusik geschrieben hat. Das zeigt diese Produktion mit dem Ensemble Copenhagen Classic, das das Streichsextett G-Dur op. 15 und das Klavierquintett C-Dur op. 22 ausgegraben hat – zwei gewichtige, sinfonisch anmutende und mehr als halbstündige Werke aus den 1890er Jahren. Glass hat zwar Einflüsse zentraleuropäischer Romantik durchaus nicht vertuscht (Schumann, Franck, Liszt, Bruckner), doch beweisen schon diese Werke des eben Dreißigjährigen die Originalität und unverwechselbare Stimme eines nach wie vor unterschätzten Komponisten. Das Sextett ist durchaus kühner als das Klavierquintett, das in der thematischen Arbeit nicht ganz so konzentriert und manchmal gar etwas geschwätzig wirkt. Es gibt darin nur wenige Stellen, die fesseln – vielleicht noch am ehesten im Scherzo und Finale. Insbesondere hinsichtlich des Sextetts also ist die Produktion ein Muß für Kammermusikfreude.

Copenhagen Classic spielt mit viel Einsatz und sehr farbenreich, obgleich mich das starke Vibrato mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Jeder, der einmal historische Aufnahmen des Rosé-Quartetts aus den zwanziger Jahren ohne jedes Dauervibrato und auf Darmsaiten gehört hat, wird vielleicht verstehen können, daß ich für das moderne Hypervibrato verloren bin. Die Aufnahmen haben klanglich solide Rundfunkqualität, allerdings ist die Dynamik nicht so fein nachgezeichnet, wie man sich es wünschen möchte. Es gibt nur wenige ganz zurückgenommene Passagen, und auch die Höhepunkte krachen nie so recht – fast, als ob man den Hörer nicht überfordern wollte.

Dr. Benjamin G. Cohrs [26.05.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Louis Glass
1Streichsextett G-Dur op. 15
2Klavierquintett C-Dur op. 22

Interpreten der Einspielung

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