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CD-Besprechung

Baroque Trumpet Concertos

Hungaroton HCD 32266

1 CD • 69min • 1984, 1989, 1976, 1993

03.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Freunde barocker Trompetenmusik kommen voll auf ihre Kosten. Auch wenn es statt originaler Trompetenkonzerte überwiegend Bearbeitungen (also einen Austausch der ursprünglich vorgesehenen Solo-Instrumente) zu hören gibt, so rechtfertigt dennoch der edle Glanz und das Ausschöpfen aller virtuosen Möglichkeiten das vorliegende Ergebnis. Darüber hinaus erlaubt das Schwelgen der durchgängig mit modernem Instrumentarium ausgestatteten Besetzungsvielfalt im opulenten Klanggewand, von Meisterhänden interpretiert, ein durchaus erweitertes Hörspektrum. Hervorzuheben ist das kantable Solospiel der ungenannten Cellisten in den langsamen Mittelsätzen der Vivaldi-Beiträge, deren kompositorische Qualität sich damit zugleich akustisch bestätigt. Andererseits verliert die Generalbaßfunktion des nur noch als stilistisches Barock-Alibi zu ahnenden Cembaloklanges jegliche Bedeutung.

Doch hat die solistische Würdigung der Trompete und die ungewöhnliche Vielzahl der mitwirkenden Ensembles, verteilt auf mehrere Jahrzehnte repräsentativer Schallplatten- und CD-Produktionen, hier einen ganz anderen Grund: György Geiger, seit 1969 Solotrompeter des Budapester Sinfonieorchesters und prominenter Lehrmeister mehrerer Bläsergenerationen unter den Absolventen der Franz-Liszt Akademie, feierte im Jahre 2004 seinen 60. Geburtstag. Ihm zu Ehren wurde als Festgabe das vorliegende CD-Programm mit einer Auslese barocker Vorzeigeproduktionen seiner eigenen Schallplattenkarriere auf Hungaroton seit 1974 zusammengestellt und veröffentlicht. Das ist es, was den Zuhörern künstlerische Schwerpunkte jenseits aller Theorien und Diskussionen über alte, authentische, vermeintlich „richtige“ oder aktualisierte, moderne Aufführungsstile vermitteln soll. Zusätzlich wurden dem Programm durch die Ersteinspielungen einer Auswahl von zweistimmigen Kanon-Sonaten Georg Philipp Telemanns (Tr. 18, 22, 26) und drei Bicinien des barocken Trompeten-Protagonisten Johann Ernst Altenburg hörenswerte Besonderheiten hinzugefügt (Tr. 5, 9 und 13). Diese „a cappella-Zugaben“ erklingen als eine Art Doppelsolo unter Ausnutzung des modernen Playback-Verfahrens: György Geiger im Duett mit sich selber.

Insgesamt handelt es sich um ein Programm, das weit mehr als eine der üblichen Kompilationen beliebter Standardwerke darstellt. Dafür steht nun zu Recht eine Galionsfigur der ungarischen Trompeterzunft im Zentrum des Geschehens, vergleichbar mit der Bedeutung und dem Wirken seines französischen Bläserkollegen Maurice André. Kritik im herkömmlichen Sinne kann sich als Nachharke der ohnehin bereits als Spitzenleistungen über einen außergewöhnlich langen Entstehungszeitraum qualifizierten Einzeldarbietungen daher nur noch auf das Versäumnis beziehen, die inzwischen übliche Identifikation der ausgesuchten Kompositionen mit Hilfe der Verweise auf entsprechende Werkverzeichnisse oder Angabe der authentischen Werktitel zu ermöglichen. Dieser Wunsch der Sammler und Liebhaber bleibt zunächst unerfüllt. Lediglich Bachs g-Moll-Concerto verrät mit dem Zusatz „BWV 1056“, daß die Solotrompete hier den ursprünglichen Solopart eines konzertierenden Cembalos übernommen hat (Tr. 27-29). Allein diese blastechnisch perfekte Transaktion verdient neben den vielen anderen einen Sonderbeifall.

Dr. Gerhard Pätzig [03.05.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Friedrich Händel
1Suite D-Dur HWV 341
Johann Ernst Altenburg
2Bicinium
Antonio Vivaldi
3Concerto e-Moll RV 409 für Violoncello, Fagott, Streicher und B.c.
4Konzert A-Dur RV 412 für Violoncello, Streicher und B.c.
Petronio Franceschini
5Concerto für 2 Trompeten und Orchester
Georg Philipp Telemann
6Canon Sonata Nr. 3
Antonio Vivaldi
7Concerto C-Dur für 2 Trompeten und Streicher
Giuseppe Tartini
8Concerto A-Dur für Violoncello, Streicher und Basso continuo
Johann Sebastian Bach
9Konzert D-Dur für 2 Oboen, Fagott, Streicher und B.c.

Interpreten der Einspielung

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