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CD-Besprechung

F. Schubert

Audite 1 CD/SACD 92.542

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 02.02.05

Audite 92.542

1 CD/SACD • 71min • 1969, 1977

Für mich liegt der eigentliche Wert dieser Produktion in der Grundidee; dank des SACD-Formates ist es möglich, auf einer zusätzlichen Spur (Tr. 9-16) den Originalzustand des zugrundegelegten Bandes vor dem Remastering wiederzugeben. So lässt sich nachvollziehen, welche hervorragende Arbeit die Tontechniker bei der Wiederherstellung solchen Materials leisten, das oft nicht mehr in bestem Zustand ist. So wird der dokumentarische Wert unterstrichen, derlei Mitschnitte dauerhaft zu bewahren. „Listen & Compare“ heißt diese neue Art der Präsentation, die die SACD-Technik innovativ nutzt. Ich möchte hier wenig dazu sagen – und ich kann nur empfehlen, nach Möglichkeit beide Versionen wirklich zu „hören und zu vergleichen“.

Die Mitschnitte vom 27. 3. 1969 (D 944) und 24. 2. 1977 klingen sehr unterschiedlich; das Remastering geht mir persönlich allerdings (abgesehen von notwendigen Aufbesserungen) bezüglich der Veränderungen der Klang-Atmosphäre ein bisschen zu weit. Die Aufführungen selbst sind von sehr unterschiedlicher Güte: Hervorragend finde ich die dritte Sinfonie, zupackend, geradezu hinreißend leidenschaftlich drängt sie unter den Händen Kubeliks nach vorne. Besonders gefällt das flüssig genommene, dennoch weit atmende Allegretto, da Kubelik die Musik in übergeordneten Einheiten schwingen läßt, ähnlich wie beispielsweise Celibidache in seinem legendären Mitschnitt von Schuberts fünfter Sinfonie (Stuttgart, 31. 10. 1979, DGG 445 473 2). Die „Große“ C-Dur-Sinfonie drängt ebenfalls nach vorn, ist aber schon beinahe fieberhaft überhastet. Auch 1969 war übrigens unter Schubert-Kennern schon bekannt, daß die Angabe 4/4-Takt zu Beginn der Andante-Einleitung auf eine Fehlinterpretation des ersten Herausgebers Johannes Brahms zurückgeht; im Original steht Alla Breve. Kubelik entschied sich für die traditionell pathetisch langsam beginnende Einleitung mit dem dann nötigen gewaltsamen Beschleunigen, was völlig die Proportionen des Satzes sprengt (hier: eine langsame Einleitung, die mit 3’24 völlig unverhältnismäßig gut ein Viertel der Gesamtlänge ausmacht). Dies war „nur“ eine recht gute, doch konventionelle Aufführung mit ein paar schönen Momenten, während Kubelik bei der dritten Sinfonie eine wahre Sternstunde hatte.

Dr. Benjamin G. Cohrs [02.02.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 (Große C-Dur-Sinfonie)
2 Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200 (1815)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Orchester
Rafael Kubelík Dirigent
 
92.542;4022143925428

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