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CD-Besprechung

F. Schubert

Tudor 1 CD 7141

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 28.06.04

Tudor 7141

1 CD • 78min • 2003

Die Bamberger Symphoniker und Jonathan Nott – diese Kombination entwickelt sich zu einer neuen Marke auf dem Musikmarkt. Der 41-jährige Engländer steht für innovative Programme, den Einsatz für die zeitgenössische Musik, für eigene klangliche Vorstellungen und eine große persönliche wie künstlerische Ausstrahlung. Sein kommunikatives Talent setzt Nott ein, um das Publikum zu Hörabenteuern zu animieren; der Chefdirigent selbst ist sich nicht für Konzerteinführungen zu schade. Den Bamberger Symphonikern, um die es in den letzten Jahren (zu) ruhig geworden war und deren Zukunft als Bayerische Staatsphilharmonie, d.h. als Orchester, dessen Existenz der Freistaat Bayern im wesentlichen garantiert, nun langfristig gesichert scheint, tut dieser Neuanfang gut.

Zu den Innovationen bei den Bamberger Symphonikern gehört die Realisierung eines großen Aufnahmeprojektes, einer Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und der Schweizer Firma Tudor. Innerhalb von zwei Jahren wird das sinfonische Gesamtwerk Franz Schuberts eingespielt. Das besondere daran ist, dass Schuberts Werke mit zeitgenössischen Kompositionen kombiniert werden, die von Schubert inspiriert wurden oder sich mit diesem auseinandersetzen (zum Beispiel Werke von Luciano Berio, Hans Werner Henze, Dieter Schnebel oder Hans Zender).

Der Auftakt der Reihe mit den Sinfonien Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 7 ist vielversprechend. Jonathan Nott, geprägt durch seine Erfahrungen mit der neuen Musik, befreit Schubert von Ballast und Klischees, vor allem von falschen „romantischen“ Tönen. Die beiden frühen Sinfonien, die Schubert im Jünglingsalter noch als Zögling eines Wiener Konvikts schrieb, werden als das genommen, was sie sind: vollgültige, reife Sinfonien in der klassischen Tradition. Nott lässt kräftig musizieren, gibt den langsamen Einleitungen der Kopfsätze Gewicht, doch keine falsche Schwere. Er nimmt die Allegrosätze pulsierend, zügig bis drängend, sehr akzentuiert und geht auch das Andante der Ersten Sinfonie sehr fließend und zugleich leicht drängend an. Die Finalsätze musizieren die Bamberger sehr temperamentvoll. Die „Unvollendete“ befreit Nott von falscher Patina. Die Sinfonie wird schon in der Einleitung subtil gespielt, das Seitenthema kommt schlicht, ohne Drücker oder Gefühligkeit, das Andante con moto hat Größe und Innigkeit. Das 29 Sekunden dauernde Fragment eines dritten Satzes lässt ahnen, wohin es mit dieser Sinfonie hätte gehen können. Nott sorgt im übrigen stets für Klarheit und Durchsichtigkeit, lässt alle thematisch-motivischen Zusammenhänge hören, legt die Faktur der Werke frei. Die Bamberger musizieren mit differenziertem und warmem Ton. Man ist gespannt auf die Fortsetzung des Zyklus.

Dr. Helge Grünewald [28.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Sinfonie Nr. 1 D-Dur D 82
2 Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200
3 Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 (Unvollendete)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie Orchester
Jonathan Nott Dirigent
 
7141;7619911071417

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