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CD-Besprechung

D. Schostakowitsch • R. Schtschedrin

Hyperion 1 CD/SACD SACD 67425

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 29.03.04

Klassik Heute
Empfehlung

Hyperion SACD 67425

1 CD/SACD • 63min • 2003

Trotz seines enormen musikliterarischen Arbeits- und Lustpensums, wie es seit Jahren im Hyperion-Katalog zum klingenden Ausdruck kommt, ist der Pianist Marc-André Hamelin jederzeit für eine Überraschung zu haben. Wer hätte gedacht, ihn mit den beiden Schostakowitsch-Konzerten zu erleben! Nun gut, das „Erste“ mit clownesker Solotrompete gehört mittlerweile zum guten Ton selbst ernsthaftester Interpreten. Doch mit dem filmmusikalischen „Zweiten“ wollten und wollen sich auch in Zeiten eines liberalisierten Geschmacks nur wenige namhafte Solisten „outen“ (selbst wenn ihnen im stillen Kämmerlein die Love Story-Atmosphäre des zweiten Satzes durchaus zusagen mag…). Daß Hamelin jedoch den beiden sentimental-sportlichen Projekten ein herbes, nicht eben pflegeleichtes Konzert des Russen Schtschedrin beigibt, möchte man zum absolut Unerwarteten im Rahmen der Veröfffentlichungstätigkeit eines offenbar unbegrenzt lernwilligen Interpreten rechnen. Hamelin macht mit dieser Initiative auf einen Komponisten aufmerksam, der mit seiner perkussiv gehärteten Carmen-Bearbeitung im Westen etwas einseitig gehört und eingeschätzt wird. Schtschedrin (der sich englisch Shchedrin schreibt) – ist mit seinen Ballettmusiken, Klavierkonzerten und mit seinen Werken für Klavier solo (von denen leider nur der „Basso ostinato“ in die Wettbewerbsprogramme findet) viel mehr als nur ein Gefolgsmann verordneter Sowjet-Ästhetik im zweifelhaften Sinne eines Neben-Schostakowitschs. Hamelin und die ganz offensichtlich sorgfältig vorbereiteten, zumindest im Zuge der Aufnahme sehr motivierten BBC-Symphoniker leisten alles, um auch die unbequemeren, hartherziger ersonnenen Passagen dieser fast 40 Jahre alten Partitur zum Pulsieren, zum Stampfen und gelegentlich auch zum Lächeln zu bringen.

Im Verlauf der Schostakowitsch-Stücke gelingt es Hamelin mit bewundernswerter Leichtigkeit, das Schwere, Dunkle und Drängende licht zu halten, während er allem Leichten, allem Geschwätzigen und Ironischen auch jenes Quentchen an Nachdenklichkeit sichert, mit dem man einzig und allein die Doppelbödigkeit dieser in sich gegensätzlichen Versuchsanordnungen zur singenden, tanzenden und trommelnden „Sprache“ zu bringen vermag. Im Finale des Konzerts op. 35 markiert Hamelin Grenzwerte brioversessener Klavierkarnevalistik – und dies ohne jeden Schweißtropfen auf den Fingern, in jeder Zehntelsekunde im Zeichen von klarer Akzentgebung und sinnstiftender Artikulation. Selbst die RCA- und Melodia-Einspielungen mit Kissin scheinen mir in diesen turbulenten Passagen nicht ganz so federnd und sprühend redselig zu sein wie die vorliegende mit dem kanadischen Grenzwertforscher.

Peter Cossé [29.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schostakowitsch Konzert c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester
2 Konzert Nr. 2 F-Dur op. 102 für Klavier und Orchester
3 R. Schtschedrin Klavierkonzert Nr. 2 (1966)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marc-André Hamelin Klavier
Mark O'Keefe Trompete
BBC Scottish Symphony Orchestra Orchester
Andrew Litton Dirigent
 
SACD 67425;0034571574257

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