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CD-Besprechung

Arias de Zarzuela Barroca

Astrée E 8885

1 CD • 70min • 2003

05.03.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Abgesehen von Luigi Boccherini dürften die Komponisten dieser CD nur Spezialisten geläufig sein: Wer hat schon Werke von José Melchor de Nebra Blasco (1702–1768), Vincente Martín y Soler (1754–1806) oder Antonio Rodriguez de Hita (1724–1787) in seinem Plattenschrank stehen? Indes lohnt sich eine Auseinandersetzung, denn diese Komponisten schrieben zu einer Zeit des Umbruchs, als sowohl volkstümliche Elemente als auch Formen der italienischen Oper starken Einfluss auf die Zarzuela nahmen.

Die Zarzuela (wörtlich: „Brombeersträuchlein“) ist die spanische Variante eines musikalischen Schauspiels, in dem gesprochene Dialoge und große Arien oder Chöre einander abwechseln. Ihr Name geht auf das von Brombeersträuchern umgebene königliche Lustschloß Palacio de la Zarzuela zurück, wo Stücke dieser Art Mitte des 17. Jahrhunderts das erste Mal auf die Bühne gebracht wurden. Die Sujets wurden zunächst der klassisch-pastoralen Thematik entlehnt, deren Unwirklichkeit durch den Gesang unterstrichen wurde, während die gesprochenen Dialoge der Handlung Glaubwürdigkeit verliehen, was gerade in Spanien ein wichtiges Kriterium war.

María Bayo spricht ein leidenschaftliches Plädoyer für diesen Seitenweg des Musiktheaters, und zwar nicht nur in ihrem Kommentar zu dieser CD, sondern auch und vor allem durch ihren feurigen Gesang, der sich durch artikulatorische Attacke und stimmliche Glut ebenso auszeichnet wie durch Koloraturfestigkeit und Klarheit in der Linienführung. Ihr zur Seite steht Christophe Rousset mit seinen Talens lyriques, die ihrem Namen alle Ehre machen und auf höchstem technischen Niveau eine Dramatik aufbauen, die nicht an der Oberfläche Schaum schlägt, sondern gut fundiert ist. Einmal mehr zeigt sich, dass unter den vielen französischen Dirigenten, die sich inzwischen als Schüler William Christies brüsten, nur einer seinem amerikanischen Lehrmeister wirklich ebenbürtig ist: Christophe Rousset.

Dr. Matthias Hengelbrock [05.03.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
José Melchor de Nebra
1Llegar ninguno intente (Arie des Orest, 1747 - aus: Para obsequio a la deydad)
2Suspéndete tirano (Rezitativ der Iphigenie, 1747 - aus: Para obsequio a la deydad)
3Piedad, Señor (Arie, 1747 - aus: Para obsequio a la deydad)
Vincente Martin y Soler
4Ouvertüre (aus: La madrileña o el tutor burlado)
5Inocentita y niña (Seguidilla von Violante - aus: La madrileña o el tutor burlado)
José Melchor de Nebra
6Triste cárcel oscura (Rezitativ - aus: Amor aumenta el valor)
7Ay! amor! Clelia mia (Arie des Horacio - aus: Amor aumenta el valor)
Antonio Rodriguez de Hita
8Amor, sólo tu encanto (aus: La Briseida)
Luigi Boccherini
9Ouvertüre (1786 - aus: Clementina)
10Almas que amor sujetó (1786 - aus: Clementina)
Antonio Rodriguez de Hita
11Deydad que las venganzas (aus: La Briseida)
José Melchor de Nebra
12Adiós, prenda mi amor (Arie des Horacio - aus: Amor aumenta el valor)
13Ouvertüre (aus: Para obsequio a la deydad)
14Más fácil será al viento (aus: Amor aumenta el valor)

Interpreten der Einspielung

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